Schlechtes Karma Dior verbannt Sharon Stone aus chinesischen Boutiquen

Abgestraft: Nach ihrem Geplauder über das "schlechte Karma" der Regierung in Peking darf Sharon Stone in China nicht mehr für Dior werben. Zwar entschuldigte sich die Schauspielerin für ihren verbalen Fauxpas - ihr Bild wird jedoch aus allen chinesischen Boutiquen verbannt.


Peking - Ihre Äußerungen zum Erdbeben in China haben Schauspielerin Sharon Stone einen lukrativen Werbevertrag gekostet: Das Modehaus Dior erklärte am Donnerstag in Peking, es werde in China nicht mehr mit der 50-Jährigen werben.

Während des Filmfestivals in Cannes hatte Stone erklärt, sie sei "nicht glücklich darüber", wie die Chinesen die Tibeter behandeln. "Ich denke nicht, dass man grausam zu anderen sein sollte." Im Zusammenhang mit dem verheerenden Erdbeben in der Volksrepublik habe sie sich gefragt: "Ist das Karma, wenn man nicht nett ist, dass dann böse Dinge passieren?"

Ein Gedankengang, der nicht nur die Mächtigen in Peking echauffierte. Die Medien liefen Sturm gegen die öffentlichen Mutmaßungen der Schauspielerin: Stone sei "der öffentliche Feind der Menschheit", tobte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Offenbar Grund genug für Dior, den geordneten Rückzug anzutreten.

Das französische Modehaus verbannte nicht nur jede Erinnerung an das kritische Model aus seinen Verkaufshallen in der Volksrepublik. Es veröffentlichte zeitgleich ein blumiges Entschuldigungsschreiben der Filmschönheit ("Basic Instinct").

Darin heißt es, es tue Stone leid, dass ihre "unangemessenen Worte" das chinesische Volk verletzt hätten. Sie sei bereit, die Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in China zu unterstützen. Die Schauspielerin betonte, sie arbeite seit 20 Jahren für internationale Hilfsorganisationen und wolle auch den Chinesen helfen. Bei einem Besuch in Shanghai im vergangenen Jahr habe sie die "Weisheit und Gastfreundlichkeit" des chinesischen Volkes kennengelernt.

Bereits am Mittwoch hatte der Gründer einer der größten Kinoketten Chinas angekündigt, Stones Filme nicht mehr zu zeigen. Ng See Yuen von UME Cineplex bezeichnete Stones Äußerungen als "unangemessen".

ala/AP



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