Schlüpfrige Performance Gaga bei den Grammys

In Fleischlappen gehüllt, ein Baiser auf dem Kopf, alles schon dagewesen. Lady Gaga ist nicht nur Sängerin, sondern allem voran Performance-Künstlerin. Zur Verleihung der Grammys erschien sie nun stilecht in einem Ei - und schlüpfte auf der Bühne in einem blassgelben Latexkostüm.

AP

Hamburg - Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es. Dass Lady Gaga aber die Absicht hat, als Stilikone gefeiert zu werden, darf getrost bezweifelt werden. Der Sängerin geht es um Provokation, Inszenierung. Und weil nackte Haut immer ein Garant für ein Skandälchen ist, trägt Stefani Germanotta für gewöhnlich recht wenig. Bei der Verleihung der Grammy Awards war Lady Gaga aber zunächst gar nicht auf dem roten Teppich zu sehen.

In Latex kostümierte Männer und Frauen trugen sie in einem grünlich-transparenten Ei über den roten Teppich. Einzig ihr Markenzeichen, der schwarze Handschuh, war durch die Hülle erkennbar und ließ erahnen, wer sich in dem Ei verbarg. Per Twitter erklärte die Sängerin später, sie habe drei Stunden zusammengekauert in dem Ei gelegen, eine Sauerstoffmaske habe ihr das Atmen ermöglicht.

Auf der Bühne kroch sie in einem blassgelben, halbtransparenten Latexkostüm aus dem Ei und sang ihre neue Single "Born this Way".

Lady Gaga wurde mit drei Trophäen ausgezeichnet. Unter anderem wurde sie als beste Popsängerin für den Song "Bad Romance" geehrt und erhielt den Preis für das beste Pop-Album ("The Fame Monster").

Vor der Verleihung hatte ein Fernsehinterview, das die Sängerin der Show "60 Minutes" gegeben hatte, für Aufsehen gesorgt. "Ich trinke viel Whiskey und ich kiffe, wenn ich meine Lieder schreibe", hatte Lady Gaga gesagt. "Aber ich mache das nicht allzu oft, weil es meiner Stimme schadet." Ihre Kostüme hätten immer eine Bedeutung. "Ich habe nie irgendwas getragen, das ich nicht verstanden habe. Ich weiß, warum ich etwas trage und wer mich inspiriert hat. Es gibt immer eine Geschichte, die ich versuche zu erzählen."

Im September 2010 war Gaga in einem Kleid aus Fleischlappen bei den MTV Video Music Awards erschienen.

han/Reuters/dapd



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