Referendum Das denken Promis über Schottlands Unabhängigkeit

Mick Jagger und J.K. Rowling sind dagegen, Sean Connery und Gerard Butler dafür: Die Frage nach Schottlands Unabhängigkeit spaltet die Promi-Welt. Wer unterstützt "Yes Scotland" und wer "Better Together"? Der Überblick.
Von Annika Lasarzik und Benjamin Schulz
Prominente Befürworter und Gegner schottischer Unabhängigkeit: Einsatz für die Kampagnen

Prominente Befürworter und Gegner schottischer Unabhängigkeit: Einsatz für die Kampagnen

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Edinburgh/London - Soll Schottland unabhängig werden - oder Teil Großbritanniens bleiben? Die Befürworter der Loslösung Schottlands sind sicher: Am 18. September bietet sich beim Referendum eine Chance, die es nur einmal im Leben gibt - so heißt es in einem Video  auf der Website der "Yes Scotland"-Kampagne.

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Referendum in Schottland: Diese Promis wollen Schottlands Unabhängigkeit

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Inzwischen haben die Unterstützer der Unabhängigkeit realistische Erfolgsaussichten. Noch vor wenigen Wochen hatte das Lager der Unionisten einen vergleichsweise komfortablen Vorsprung von 13 Prozentpunkten, nun deuten Umfragen auf eine sehr knappe Entscheidung hin.

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Referendum in Schottland: Diese Promis sind gegen Schottlands Unabhängigkeit

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Gegner der Abspaltung hofften auf einen Appell der Queen, um der "Nein"-Kampagne Auftrieb zu verschaffen. Daraus wird allerdings nichts. Die Unparteilichkeit des Souveräns sei ein festgeschriebenes Prinzip der Demokratie, ließ der Buckingham-Palast mitteilen. "Jede Andeutung, dass die Königin den Ausgang des anstehenden Referendums gern beeinflussen würde, ist grundsätzlich falsch. Ihre Majestät ist einfach der Meinung, dass das eine Sache des schottischen Volks ist."

Weil das Rennen enger ist, als es viele für möglich gehalten hätten, wird auf allen Ebenen um Stimmen geworben. Beide Lager haben zahlreiche Promis angeworben, die ihre Bekanntheit und ihren Namen für den Verbleib Schottlands in der Union oder die Unabhängigkeit einsetzen.

Schon im August wurde ein offener Brief veröffentlicht, in dem Dutzende Prominente für einen Verbleib der Schotten im Vereinigten Königreich warben. Mick Jagger hatte unterschrieben , die Schauspielerinnen Helena Bonham-Carter und Judi Dench, die Sänger Sting und Cliff Richard, der Physiker Stephen Hawking sowie der Komponist Andrew Lloyd Webber.

"Wir wollen Sie wissen lassen, wie sehr wir die Verbindung durch unsere gemeinsame Staatsbürgerschaft schätzen, und wir geben unserer Hoffnung Ausdruck, dass Sie dafür stimmen werden, sie zu erneuern", heißt es darin. "Die Entscheidung liegt natürlich allein bei Ihnen. Aber sie wird eine enorme Auswirkung auf uns alle im Vereinigten Königreich haben."

Millionenspenden an beide Lager

Ex-Fußballtrainer Alex Ferguson, Schotte und beim englischen Verein Manchester United eine Legende, sagte: "Wir leben nicht in einem fremden Land, wir sind einfach in einem anderen Teil der Familie des Vereinigten Königreichs." Rod Stewart ließ verlauten, er glaube nicht daran, dass Großbritannien zerbreche. Und Kate Moss ließ im Februar bei den Brit Awards, als sie einen Preis für David Bowie entgegennahm, in dessen Namen verlauten: "Schottland, bleib bei uns." 

"Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling begründete im Juni in einem Essay , weshalb sie gegen die Unabhängigkeit ist. Sie habe Angst vor chaotischen Zuständen in der Wirtschaft und Einschnitten bei Forschungsmitteln.

Die Autorin hat eine Million Pfund an "Better Together"  gespendet, laut BBC mehr als jeder andere Einzelspender  bisher. Das ist aber wenig im Vergleich zu den 3,5 Millionen Pfund, die die Lottogewinner Chris und Colin Weir der "Ja"-Kampagne zukommen ließen.

"Überzeugt, dass es zu meinen Lebzeiten geschehen wird"

Das Ehepaar weiß prominente Mitstreiter auf seiner Seite, Schauspieler Sean Connery beispielsweise. Er sagte, im Zentrum der Ja-Kampagne stehe "eine positive Vision für Schottland", die auf Gleichheit und dem demokratischen Kernwert beruhe, dass die Schotten die besten Hüter ihrer Zukunft  seien.

Der BBC  sagte Connery, er sei mehr denn je der Überzeugung, dass Unabhängigkeit und Gleichheit für Schottland in Reichweite seien. Der erste Schritt sei die Einrichtung eines schottischen Parlaments 1997 gewesen, der zweite die Wahl einer Regierung der Scottish National Party. "Ich glaube daran, dass wir haben, was es braucht, um den dritten Schritt zu gehen, und ich bin überzeugt, dass es zu meinen Lebzeiten geschehen wird."

Stars wie Schauspieler Robbie Coltrane (Hagrid in "Harry Potter") und Gerard Butler teilen Connerys Meinung - und haben dies auch öffentlich kundgetan. Butler sagte etwa, er sehe keinen Grund, weshalb Schottland nicht unabhängig sein sollte .

las/ulz
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