Skiunfall Schumacher soll schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben

Bei seinem Skiunfall in Frankreich hat sich Michael Schumacher offenbar schwer verletzt: Laut der Skistation am Unfallort erlitt der frühere Formel-1-Weltmeister ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Ein renommierter Arzt ist im Krankenhaus in Grenoble eingetroffen.

DPA

Hamburg - Michael Schumacher soll bei seinem Skiunfall in den französischen Alpen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Das teilte die Skistation Méribel laut der Nachrichtenagentur AFP mit. Der 44-Jährige schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Pisten-Gendarmen, die bei Schumachers Erstversorgung vor Ort waren, sprachen demnach ebenfalls von einem "gravierenden Schädel-Hirn-Trauma".

Schumacher war am Vormittag in Méribel gestürzt und hatte sich am Kopf verletzt. Früheren Angaben des Skistation-Direktors zufolge war er nach dem Unfall bei Bewusstsein. Per Helikopter wurde Schumacher zunächst ins Krankenhaus nach Moûtiers geflogen und dann nach Grenoble verlegt. Laut der französischen Zeitung "Le Dauphine" hat sich sein Zustand verschlechtert.

Schumacher sei in Begleitung auf einer privaten Skitour gewesen und habe bei dem Unfall einen Helm getragen, teilte seine Managerin Sabine Kehm mit. Weder die Managerin noch die behandelnden Ärzte machten bisher Angaben zum Gesundheitszustand des früheren Rennfahrers.

Professor Gérard Saillant ist in der Zwischenzeit im Krankenhaus in Grenoble eingetroffen. Saillant hatte Schumacher 1999 nach einem schweren Rennunfall in Silverstone operiert. Der deutsche Formel-1-Star hatte sich damals das Schien- und Wadenbein gebrochen.

Saillant behandelte unter anderem auch den ehemaligen Weltfußballer Ronaldo und arbeitete mit dem französischen Fußball-Verein Paris St. Germain zusammen. Er war früher Leiter einer Abteilung für Orthopädie und Traumatologie an der Pariser Klinik Pitié-Salpétrière und leitet inzwischen ein Institut zur Behandlung von Hirn-Erkrankungen.

Michael Schumacher ist der erfolgreichste Fahrer der Formel-1-Geschichte. Mit Benetton und Ferrari gewann er sieben WM-Titel. Nach seinem Rücktritt aus der Königsklasse 2006 fuhr er auch professionell Motorrad. Bei einem Sturz im Februar 2009 verletzte er sich schwer im Nackenbereich, so dass eine bereits geplante Rückkehr als Ersatz für den verunglückten Ferrari-Fahrer Felipe Massa abgesagt werden musste. 2010 gab Schumacher dann im Mercedes sein Formel-1-Comeback, konnte aber nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Im November 2012 beendete er seine Karriere endgültig, blieb aber sportlich aktiv. Auch Fallschirmspringen und Fußball zählen zu den Passionen Schumachers.

Sein ehemaliger Teamkollege Massa schickte via Twitter Genesungswünsche. "Ich bete für dich, mein Bruder!", schrieb der Brasilianer, "Ich hoffe, Du erholst dich schnell!! Gott segne dich, Michael."

hut/AFP/dpa



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