"Diese Bastarde von der Staatsanwaltschaft" Schwesta Ewa keilt gegen Ermittler

Wegen Köperverletzung und Steuerhinterziehung hat ein Gericht Schwesta Ewa zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Jetzt könnte der Rapperin womöglich ein weiteres Strafverfahren drohen - wegen eines Videos.

DPA

In knallbunter Leggins und Traniningsjacke sitzt sie da - und lächelt fast schüchtern in die Kamera. Recht harmlos beginnt das Video, in dem Schwesta Ewa ihren Fans aus ihrem Leben der vergangenen Monate erzählt: von ihrer Verhaftung, von der Anklage wegen Körperverletzung und Steuerhinterziehung, vom Prozess und der Zeit in Haft.

Unter anderem räumt die Rapperin einmal mehr ein, einen "illegalen Escortservice" betrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr auch Zuhälterei und Menschenhandel vorgeworfen, von diesem Vorwurf hatte das Landgericht in Frankfurt am Main sie im Juni jedoch freigesprochen.

Die Rapperin ist nicht nur in Revision gegangen, sodass sich nun der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall befasst, sondern nimmt den Ermittlern all das offenbar auch noch immer ziemlich übel. So jedenfalls lässt sich eine andere Passage in dem Instagram-Video erklären, das offenbar schon Mitte November entstanden war und über das die "Bild"-Zeitung zuerst berichtet hatte.

Im Video: "Schwesta Ewa - Das Statenent"

"Ich hab' Angst vor dem BGH", sagt sie demnach darin, "weil diese Bastarde von der Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht zufrieden sind und vier Jahre Knast fordern, weil die sich daran aufgeilen." Ist das noch von der Meinungsfreiheit gedeckt?

Offenbar gibt es daran Zweifel. Die Staatsanwaltschaft jedenfalls prüft das Video nun, wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen dem SPIEGEL sagte. Wie lange die Prüfung dauern werde, sei noch nicht abzusehen.

Sollten die Ermittler einen Straftatbestand erkennen, hätte dies mit dem noch laufenden Verfahren nichts zu tun. "Das wäre dann ja ein neues Verfahren", so Niesen. Im Falle einer Anklage drohten Schwesta Ewa, die mit bürgerlichem Namen Ewa Malanda heißt, bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe wegen Beleidigung.

Die Rapperin wurde als Ewa Müller 1984 in Polen geboren und zog als Dreijährige mit ihrer Mutter nach Kiel. Über einen Job als Kellnerin kam sie schon als Jugendliche in Kontakt mit dem Rotlichtmilieu, auf dem Bonner Straßenstrich wurde sie mit Anfang 20 crackabhängig. Sie selbst beschreibt ihre Jugend als Martyrium, geprägt von Gewalt.

Fotostrecke

6  Bilder
Schwesta Ewa: "Ich hab' Angst vor dem BGH"

Zuletzt hatte sie sich in einem Interview ausführlich über den Gerichtsprozess gegen sie und die Vorgeschichte geäußert. Unter anderem räumte sie ein, für sie arbeitende Prostituierte geschlagen zu haben, wenn diese Probleme mit Drogen oder der Hygiene gehabt hätten: "Denen habe ich eine verpasst, damit sie wieder in die Spur kommen. Nicht aus Boshaftigkeit. Ich habe die ja gemocht."

mxw



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.