Seifenopern Mehrlingsvater kriecht zu Kreuze

Selten hat es in den USA ein Mann geschafft, so schnell so unrühmlich prominent zu werden wie der Soap-Star Jon Gosselin, der Ehefrau und eine achtköpfige Kinderschar verließ. Jetzt zeigte der Familienvater Reue - sein "moralischer Kompass" sei ihm abhandengekommen.

TLC / DCI / Laura Pedrick

New York - Keine andere Story hat Amerikas Boulevardpresse in den vergangenen Monaten so regelmäßig mit Stoff versorgt wie die Geschicke der Mehrlingsfamilie Gosselin.

Der Umstand, dass Jon und Kate Gosselin erst ein Zwillingspaar und dann Sechslinge in die Welt setzten, machte den Programmierer, die Krankenschwester und ihre Kinderschar zu Stars einer eigenen Reality-Show, "Jon and Kate plus 8". Die Sendung erlebte ein Quotenhoch, als sich das Ehepaar im Frühjahr trennte - offenbar Folge einer Midlife-Crisis, die Jon Gosselin durchlebt.

Talkshows, Zeitungen und Blogs berichten seitdem nonstop von den neuesten Verfehlungen des einstmals unauffälligen Familienvaters. Er kaufte sich ein Motorrad, legte sich wechselnde Freundinnen zu und trägt, was manchem als untrügliches Anzeichen seiner Verruchtheit gilt, Diamantstecker im Ohr.

Vor allem aber untersagte Gosselin seiner Noch-Ehefrau Kate, auch ohne ihn die Doku-Soap "Kate plus 8" beim Fernsehsender TLC fortzuführen, womit er vollends zu einem der meistgehassten Männer Amerikas avancierte.

Am Wochenende schritt Gosselin nun zur Image-Rettung. Wie das Magazin "People" berichtet, stellte sich Gosselin in New York vor Publikum den Fragen des Rabbis Shmuley Boteach.

Er sei keiner, der den Ruhm suche, sagte der 32-jährige Gosselin während des Gesprächs und stieß sofort zum Kern des Problems vor: "Ich gucke jeden Tag in den Spiegel und frage mich, warum ich berühmt bin. Ich kann nicht singen, ich kann nicht tanzen, ich habe auch keinen Nobelpreis gewonnen. Ich hab einfach nur acht Kinder und hatte eine Show bei TLC."

Wenn er auf seinen "moralischen Kompass" schaue, so Gosselin, sei ihm klar, dass "ich die Hälfte der Sachen, die ich angestellt habe, besser hätte lassen sollen. Es war so, als ob das Berühmtsein meine Überzeugungen untergraben hätte".

Privat wolle er seine Noch-Ehefrau um Verzeihung bitten, sagte Gosselin. Er habe sie öffentlich gedemütigt, das sehe er nun ein.

Ob der Sender TLC die Dokusoap, die in der Spitze knapp zehn Millionen Zuschauer erreichte, auch nach dem Einspruch Gosselins wird fortsetzen können, ist momentan noch unklar. Der Auftritt Gosselins könnte allerdings ein Signal sein, sich gütlich einigen zu wollen.

Die Ohrenstecker hatte Gosselin vor seinem Canossagang übrigens abgelegt.

pad



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