Selena Gomez' Freundin über Nierenspende "Es gibt keine Garantie, dass du aufwachst"

Im Ernstfall war Selena Gomez' Freundin für sie da: Die Schauspielerin Francia Raísa spendete der Sängerin eine Niere. Nun haben die beiden über dramatische Stunden im Krankenhaus gesprochen.

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Im Kampf gegen die Autoimmunkrankheit Lupus unterzog sich US-Sängerin Selena Gomez im September einer Nierentransplantation. Die Organspende kam von ihrer Freundin, der Schauspielerin Francia Raísa. Nun haben die beiden erstmals in einem gemeinsamen Interview über die Transplantation gesprochen.

"Eines Tages kam sie nach Hause, sie war aufgewühlt", sagte Raísa dem US-Sender NBC. Dieser hatte bereits vor Tagen Ausschnitte aus dem Interview gezeigt. Nun war es erstmals in voller Länge zu sehen. "Ich wusste, dass es ihr nicht gut ging. Sie war nicht in der Lage, eine Wasserflasche zu öffnen. Sie schmiss die Flasche einfach weg und fing an zu weinen", so Raísa.

In diesem Moment habe Gomez ihr anvertraut, dass sie eine Nierentransplantation brauchte. Dass die Suche nach einem Spender langwierig sein und die Wartezeit sieben bis zehn Jahre betragen könne. Raísa antwortete: "Natürlich, ich lasse mich testen."

Kurz darauf unterzog sie sich einem Blut- und Urintest sowie einer körperlichen und einer psychologischen Untersuchung. Dieses Verfahren, das normalerweise Monate dauert, schloss sie an einem Tag ab. Gomez konnte es nach eigenen Angaben kaum glauben: "Es fiel mir wirklich schwer, jemanden zu fragen." Dann habe sich Raísa nicht nur freiwillig gemeldet. Es gab auch eine Übereinstimmung.

Trotz ihrer Zuneigung für Gomez war die Entscheidung für Raísa keine leichte: "Ich musste ein Testament verfassen. Das war furchterregend, denn es gibt keine Garantie, dass du aufwachst." Auch ihre Mutter habe Zweifel an ihrer Entscheidung gehabt.

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Selena Gomez, Francia Raísa und die Nierenspende: Wahre Freundschaft

Raísa unterzog sich als Erste der Operation, dann folgte Gomez. Nachdem die Sängerin aufgewacht war, habe sie zuerst ihre Mutter und ihren Stiefvater gesehen. Sie fragte dann sogleich nach Raísa. "Ich habe dich gesehen und dir gesagt, dass ich dich liebe", sagte Gomez zu ihrer Freundin.

Anschließend sei sie in ihr Zimmer zurückgegangen und habe versucht zu schlafen. Doch es kam zu Komplikationen. Gomez musste zurück auf den Operationstisch. "Ich bekam Panik", erinnert sich die Sängerin. Der Eingriff, der normalerweise zwei Stunden dauere, habe sich in ihrem Fall über sechs Stunden hingezogen. Die Ärzte hätten die Situation aber schließlich doch in den Griff bekommen.

Gomez hatte im Oktober 2015 öffentlich gemacht, dass sie die Krankheit Lupus hat. Diese bewirkt, dass sich das Immunsystem nicht nur gegen Viren und Bakterien, sondern auch gegen gesunde, körpereigene Zellen wendet. Die Krankheit kann zu einer lebenslangen Behinderung führen und lebensbedrohlich sein. Nach der Transplantation hatte sich Gomez in einem bewegenden Instagram-Post bei Raísa für das "ultimative Geschenk und Opfer" bedankt.

asa



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