Senatorentochter Wie Meghan McCain Anstoß erregte

Sie gilt als Rebellin unter den US-Politikerkindern - und pflegt ihr Image. Meghan McCain, Tochter des republikanischen Senators John McCain, hat ein mäßig aufregendes Selbstporträt im Netz veröffentlicht. Jetzt fühlt sich die 24-Jährige von konservativen Sittenwächtern massiv gemobbt.

Getty Images

New York - Die Aufnahme hat eigentlich sogar kulturellen Wert, hebt doch die Tochter des republikanischen Senators John McCain eine Andy-Warhol-Biografie in die Kamera. Dahinter lächelt die Blondine und - ja - auch ihr üppiges Dekolleté ist auf dem Bild zu erkennen, das die 24-Jährige am Mittwochnachmittag bei Twitter veröffentlichte. Dazu schrieb sie: "Mein ganz spontaner 'ruhiger Abend' zu Hause."

Dann bahnte sich das Foto seinen Weg durchs Netz - und seither fühlt sich die junge Frau von sittenstrengen Amerikanern massiv gemobbt.

Zwar lassen sich in der Flut der Nachrichten, die McCain mittlerweile erhielt, nur mäßig kritische Stimmen ausmachen. Etwa: "Überlass diese billigen Gags den Paris Hiltons dieser Welt." Oder: Wenn Meghan McCain die Zukunft der Republikanischen Partei sein sollte, zitiert die Online-Ausgabe des "Wall Street Journals" einen Konservativen, "müssen wir uns viel ernster mit wirklich wichtigen Dingen wie Glitzer, Fummel und Einhörnern beschäftigen."

Heftige Reaktionen

Doch die Reaktionen der Bloggerin fielen heftig aus. Sie sah sich genötigt, schon zwanzig Minuten nach Veröffentlichung der Aufnahme zu erklären: "Ich habe ein Spaßfoto gemacht und nicht darüber nachgedacht, was ich anhatte", schrieb sie. Offensichtlich aber gelte sie als "Schlampe", wenn sie einmal keinen Hosenanzug trage. "Was einst Spaß war", diene nun dazu, sie zu schikanieren.

"Wenn ich alleine in meinem Appartement bin, trage ich Tops und kurze Sporthosen. Ich hatte keine Ahnung, dass mich das zu einer Schlampe macht. Ich kann gar nicht sagen, wie verletzt ich bin", twitterte McCain.

Es dauerte nicht allzu lange, da legte sie noch einmal nach: "Ich will mich bei allen entschuldigen, die sich von meinem Foto belästigt fühlten. Ich habe ganz klar einen großen Fehler gemacht. Es tut mir leid!"

Wiederum einen Tag später verschärfte McCain ihre Verteidigung nochmals. In dem Blog "The Daily Beast" prangerte sie unter der Überschrift "Nennt mich nicht Schlampe" die angebliche amerikanische Prüderie und Heuchelei an: "Es ist lächerlich, dass wir so weit gekommen sind. Wenn die Abgeordneten Aaron Schock oder Jeff Flake ohne Anzüge und Hemden posieren, erklärt man sie zu 'Schnitten'. Aber steckt mich in ein Top und schon bin ich eine Peinlichkeit für die Republikanische Partei und Frauen allgemein. Diese Doppelmoral macht mich wahnsinnig."

jdl



insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
systemfeind 16.10.2009
1. ja
Zitat von sysopSie gilt als Rebellin unter den US-Politikerkindern - und pflegt ihr Image. Meghan McCain, Tochter des republikanischen Senators John McCain, hat ein mäßig aufregendes Selbstporträt im Netz veröffentlicht. Jetzt fühlt sich die 24-Jährige von konservativen Sittenwächtern massiv gemobbt. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,655559,00.html
und nun ?
der_sachse 16.10.2009
2. Re
Wer des Englischen maechtig ist, muss sich mal die Kommentare auf Daily Beast durchlesen. http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-10-15/dont-call-me-a-slut Bezeichnet fuer die Doppelmoral der Amis. Schon waehrend des Wahlkampfes haben die Konservativen Meghan gehasst, weil sie eben nicht so verknoechert ist wie der Rest, sondern genau das Gegenteil, erfrischend modern.
Bedlam 16.10.2009
3. Doppelmoral und Scheinheiligkeit
Diese Kommentare kommen doch von denselben radikalen GOP-Wählern, die Sarah"meine minderjährige Tochter ist schwanger aber Abstinenz funktioniert"Palin und ihre Scheinheiligkeit vergöttern.
Willie, 16.10.2009
4. -
Zitat von der_sachseWer des Englischen maechtig ist, muss sich mal die Kommentare auf Daily Beast durchlesen. http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-10-15/dont-call-me-a-slut Bezeichnet fuer die Doppelmoral der Amis. Schon waehrend des Wahlkampfes haben die Konservativen Meghan gehasst, weil sie eben nicht so verknoechert ist wie der Rest, sondern genau das Gegenteil, erfrischend modern.
"die Doppelmoral der Amis"? Seit wann sind jene Konservativen repraesentativ fuer "die Amis"? Ist "der sachse" etwa repraesentativ fuer "die Deutschen"? Ich denke nicht.
xysvenxy 16.10.2009
5. Immer wieder peinlich
Man kann 'die Amis' sicher nicht verallgemeinern - aber es ist schon merkwürdig das im Land von Hustler und Hooters, dem Ursprungsland von Playboy und Co, die Prüderie einiger Amerikaner immer weiter wächst und mehr und mehr an Gewicht gewinnt wenn es um die politische und gesellschaftliche Richtung des Landes geht. Nennen die Amerikaner (im Allgemeinen) ihr Land nicht 'The Land of the Free'. Damit ist es ja wohl in weiten Teilen nicht merh weit her, würde ich sagen. Ich wünsche allen dieser US Amerikaner noch einen schönen Kulturschock wenn sie mal nach Europa kommen und hier Werbung zu sehen kriegen :D
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