Shakira in Bildungsgremium Stets zu Diensten, Mr. President

Was kann Shakira über Bildungspolitik sagen? Offenbar eine ganze Menge, glaubt US-Präsident Barack Obama - und berief die Sängerin in eine Kommission. Da liegt der Verdacht nahe, dass bei der Entscheidung nicht nur fachliche Kompetenz eine Rolle spielte.

AP

Washington - Die Masche ist so alt wie die Politik selbst: Wenn's mal nicht läuft, hol jemanden ins Team, von dessen Ruhm und Beliebtheit auch etwas für dich abfällt. Das hat nun auch Barack Obama beherzigt - und eine Prominente zu seiner Beraterin ernannt.

Sängerin Shakira soll einer Kommission angehören, die sich mit der Frage der Bildung der hispanischstämmigen Minderheit in den USA befasst, teilte das Weiße Haus am Mittwochabend in Washington mit.

Shakira ist erfolgreich, beliebt und für das Publikum absolut glaubwürdig. Kurz gesagt: Die Sängerin verfügt damit über einige Eigenschaften, die Barack Obama derzeit gerne hätte. Der US-Präsident hat mit Jobkrise, Schuldenberg und miesen Umfragewerten zu kämpfen - da tat eine gute Nachricht dringend Not. Und es passt gut ins Bild, dass Shakira im Wahlkampf 2008 Obama unterstützte und bei seinem Amtseintritt ein Konzert gab.

Immerhin wurde die 34-Jährige offenbar nicht nur wegen ihrer Prominenz und Wahlkampfhilfe ausgewählt. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin engagiert sich seit Jahren für Kinderbildung in Lateinamerika und finanziert unter anderem Schulen in Haiti und ihrem Heimatland Kolumbien. Zudem engagiert sie sich mit ihrer Stiftung Pies Descalzos (Nackte Füße) für benachteiligte Kinder, unter anderem mit Fußballprojekten.

Offiziell hat sich die Sängerin noch nicht zu ihrem neuen Posten geäußert. Auf ihrer Website ist lediglich die Pressemitteilung des Weißen Hauses mit "Präsident Obama gibt Shakira wichtigen Posten in der Regierung" überschrieben.

Am Montag durfte die Sängerin kurz im Weißen Haus vorbeischauen und "kurz dem Präsidenten hallo sagen und ihn über ihre Arbeit zu dem Thema informieren", berichtete die " Washington Post". Die von Obama im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Kommission soll sich dafür einsetzen, dass Hispanischstämmige Zugang zur bestmöglichen Bildung in den USA erhalten.

Weltstar Shakira als ganz normales Kommissionsmitglied? Das dürfte kaum der Fall sein - schon allein wegen der anderen Personen in dem Gremium. Mit der Sängerin wurde auch Nancy Navarro, eine Stadträtin aus Montgomery im US-Bundesstaat Alabama, berufen. Sie freue sich sehr darauf, Shakira zu treffen, sagte Navarro. Sie sei "ein großer Fan".

ulz

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