70. Geburtstag von Trigema-Chef Grupp Ein Affenspaß!

Er ist bekannt für seine Werbung mit dem sprechenden Affen: Wolfgang Grupp liebt exzentrische Auftritte. Seinen 70. Geburtstag hat der Chef des Textilunternehmens Trigema mit einer Riesenparty gefeiert. Neben Polit-Prominenz war natürlich auch tierischer Besuch geladen.

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Burladingen - Der Privathelikopter steht in einer gläsernen Garage, der Butler ist britischer Herkunft - was sonst? Trigema-Chef Wolfgang Grupp pflegt einen ausschweifenden Lebensstil. Seinen 70. Geburtstag beging der Unternehmer jetzt mit einem rauschenden Fest. Rund 1300 Gäste folgten am Samstag der Einladung zu seiner Party - und auch ein Affe durfte neben ihm Platz nehmen.

Neben Mitarbeitern kamen Prominente, darunter Politiker wie Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) oder EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU). Für die Unterhaltung sorgte unter anderem das Volksmusik-Duo Geschwister Hofmann.

Golden glitzerndes Porträt mit Primat

Zu seinem Geburtstag ließ es sich Grupp nicht nehmen, auch seinem Wohnort ein Geschenk zu machen: Dem Bürgermeister seiner baden-württembergischen Heimatstadt Burladingen gab er bei seiner Party am Samstagabend eine hübsche Spende mit auf den Weg - eine halbe Million Euro.

Das Geld soll Rathauschef Harry Ebert nun "zum allgemeinen Wohl der Bürger" einsetzen. Zur Begründung sagte Grupp, er tue das "aus Dank für die Geborgenheit, die ich seit sieben Jahrzehnten hier erfahren durfte". Die 12.000 Einwohner große Stadt weiß schon lang, was sie an Grupp hat. Zu seinem 65. Geburtstag hatte ihr der Textilunternehmer das fehlende Geld für eine Sporthalle spendiert.

Aber auch Grupp wurde mit kreativen Geschenken bedacht: Seine Kinder Wolfgang und Bonita haben dem Unternehmer zum Geburtstag ein golden glitzerndes Porträt mit einem Primaten an seiner Seite überreicht. Der Affe gehört offenbar inzwischen zur Familie. Seit den achtziger Jahren macht der Unternehmer tierische Werbung für seine Firma Trigema. Heute haben die Spots schon Retro-Qualität (siehe das Video links).

Grupp ist bekannt für exzentrische Talkshow-Auftritte und seine heftige Kritik an Managern und Politikern. In seiner Heimatstadt ist Grupp nicht nur als größter Arbeitgeber, sondern auch für seine zahlreichen Marotten bekannt: So hat er sich unter anderem eine riesige Grabstätte errichten lassen.

Wegen Grupps Privatfriedhof gab es laut "Stuttgarter Nachrichten" in der Vergangenheit viel Gerede: Das Gelände ist 15 mal 45 Meter groß und von einer weißen Mauer eingefasst. "Da passte es gut ins Bild, dass auch dem Bürgermeister von Burladingen eine Vergrößerung des örtlichen Friedhofs vorschwebte", schreibt die Zeitung. "Die Abstandsvorschriften zu anderen Privatgrundstücken ließen eine Erweiterung nicht mehr zu. Also erwarb die Stadt für 100.000 Euro das Nachbargrundstück", heißt es in dem Bericht. Rund die Hälfte der Fläche werden demnach die Grupps beanspruchen.

bos/dpa



insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
Newspeak 30.06.2012
1. ...
Wolfgang Grupp mag persönlich noch ein Unternehmer der alten Schule sein, jemand der wirklich hart arbeitet, dabei Verantwortung für seine Mitarbeiter übernimmt und ein paar wenige, verzeihbare persönliche Marotten pflegt. Trotzdem sollte niemand, auch nicht durch seine eigene Hände Arbeit, so reich sein. Auch die Großzügigkeit gegenüber der Heimatgemeinde hat den fahlen Beigeschmack, daß dieses Geld von Anfang an der Gemeinschaft zur Verfügung hätte stehen können und sollen, z.B. indem der Staat von Unternehmern höhere Steuern einfordert. Für mich zeigt noch der mildtätigste Millionär, daß an unserem System etwas nicht stimmt, denn es sollte in keinem Fall auf persönliche Gunsterweisungen angewiesen sein. Öffentliche Gelder sollten durch die Allgemeinheit aufgebracht werden und Millionäre sollte es aus diesem Grunde nicht geben, weil sie in jedem Fall finanzielle Mittel der Allgemeinheit vorenthalten, dem System entziehen, unabhängig davon, wie dies im Einzelnen geschieht.
taglöhner 30.06.2012
2. Kein Alter
Wir Badener haben oft (berechtigte) Probleme mit den Schwaben. Aber den Mann mag ich einfach irgendwie, weil er authentisch ist. Die Nummer mit dem Affen ist natürlich Sch...
valenciano_wed 01.07.2012
3. 70. Geburtstag von Trigema Chef Grupp
Schade, dass ihnen nicht mehr als relativ unseriöse Polemik einfällt, wenn sie über einen Unternehmer berichten, der seinen Betrieb nicht in eine GmbH umwandelt, sondern tatsächlich noch mit seinem gesamten Privatvermögen haftet, also auch willens ist die Verantwortung für seine unternehmerischen Entscheidungen persönlich zu tragen und nicht der Allgemeinheit zu übertragen. ganz zu schweigen von seinem sozialen Engagement in seiner Gemeinde und für seine Mitarbeiter! Schade, ich hätte vom Spiegel mehr erwartet und werde jetzt von einem Abo Abstand nehmen!
Stäffelesrutscher 01.07.2012
4.
Zitat von sysopDPAEr ist bekannt für seine Werbung mit dem sprechenden Affen: Wolfgang Grupp liebt exzentrische Auftritte. Seinen 70. Geburtstag hat der Chef des Textilunternehmens Trigema mit einer Riesenparty gefeiert. Neben Politprominenz war natürlich auch tierischer Besuch geladen. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,841919,00.html
Seine Tochter Bonita (spanisch: die Hübsche) zu nennen hat auch was Exzentrisches. Aber gut, dass Gala, äh, SPON drüber berichtet hat.
bode1211 01.07.2012
5. Glückwunsch
Dass er sich in Deutschland hält, grenzt für mich an ein Wunder. Die Textilindustrie ist doch schon vor Jahrzehnten nach Asien abgewandert. In diesem Sinne, Hut ab! Und hoffentlich wird das nicht einmal ein Fall Schlecker.
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