Spanien Warum Königin Sofía keine Schwulenparaden mag

Erzkonservative Worte der spanischen Königin: In ihrer autorisierten Biografie mag die Ehefrau von Juan Carlos nicht verstehen, warum Schwule öffentliche Umzüge veranstalten. Auch von der Homo-Ehe hält die Regentin nichts.


Madrid - Die Zeitung "El País" zitiert aus der demnächst erscheinenden Biografie der Monarchin: Sie habe nichts dagegen, dass Homosexuelle zusammenlebten oder heirateten, so Sofía. "Aber dies darf man nicht als Ehe bezeichnen." Für solche Lebensgemeinschaften gebe es andere Bezeichnungen wie zum Beispiel Partnerschaftsvertrag.

Auch mit ausgelassenen Schwulenparaden könne sie nichts anfangen. "Ich kann verstehen, akzeptieren und respektieren, dass es Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung gibt. Aber sollen sie darauf stolz sein? Sollen sie deshalb auf Wagen steigen und Umzüge abhalten?", wird Königin Sofía zitiert. "Wenn wir alle, die wie wir keine Gays sind, auf Kundgebungen durch die Straßen zögen, bräche der Verkehr zusammen."

Die ungewöhnlich intoleranten Worte der Spanierin stammen aus der Biografie "La Reina muy de cerca" (Die Königin ganz aus der Nähe), das die Königshaus-Expertin Pilar Urbano geschrieben hat. Darin nimmt die Königin erstmals öffentlich Stellung zu politischen Fragen.

Das Buch erscheint anlässlich des 70. Geburtstags der Monarchin an diesem Sonntag. Es wurde nach Angaben der Autorin vor der Veröffentlichung vom Königshaus gegengelesen. Die Zeitung "El País" veröffentlichte vorab Auszüge aus dem Buch.

Keine Sorgen bereiten der früheren griechischen Prinzessin Kundgebungen spanischer Monarchie-Gegner, auf denen Fotos des Königs verbrannt werden. "Für uns alle war dies ein Ärgernis. Aber Sorgen machen wir uns deshalb keine", so Sofía. "Sie verbrannten Fotos, Stücke von Papier. Sie verbrannten nicht uns."

Die Königin berichtete auch von einem Treffen mit dem damaligen kubanischen Staatschef Fidel Castro. Sie habe den Chef des kommunistischen Regimes gefragt: "Warum öffnest du Kuba nicht ein bisschen, nur ein kleines bisschen?" Daraufhin habe Castro geantwortet: "Nein, meine Königin. Das kann ich nicht. Wenn ich Kuba ein bisschen öffne, wird man sofort von mir verlangen, es ein bisschen viel zu öffnen."

bog/dpa



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