SPIEGEL-Interview mit Angelina Jolie "Familie ist wichtiger als Film"

Obwohl sie eine der Top-Verdienerinnen in Hollywood ist, hat Angelina Jolie schon längere Zeit keinen Film mehr gedreht. Dem SPIEGEL verriet sie nun, dass sie sich einen langsamen Abschied vom Filmgeschäft vorstellen kann.

Hamburg - Nach der Geburt ihrer Zwillinge Vivienne und Knox hatte es Angelina Jolie, 33, ausgesprochen ruhig angehen lassen. Während so manch anderer weiblicher Hollywood-Star in Windeseile vom Wochenbett zum Filmset wechselte, drehte sie nach der Entbindung am 12. Juli in Frankreich bis heute keinen Film - und das, obwohl sie zu den am besten verdienenden Darstellerinnen in Hollywood gehört.

Dem SPIEGEL erklärte sie nun, dass sie wegen ihrer Kinder sogar über einen langsamen Abschied vom Filmgeschäft nachdenkt. "Ich merke, dass es immer schwieriger wird, wieder ein paar Monate weg zu sein und den Großteil des Tages am Set zu verbringen", sagte Jolie. "Familie ist uns wichtiger als Film." Deshalb würden sie und ihr Partner Brad Pitt nie gleichzeitig drehen. Die beiden US-Schauspieler haben insgesamt sechs Kinder, davon drei Adoptivkinder.

In der vergangenen Woche hatte Jolie, die für ihre Rolle in dem Misterythriller "Der fremde Sohn" für einen Golden Globe nominiert ist, bereits erklärt, sie wolle es in Zukunft ausgesprochen ruhig angehen lassen. Am Rande der Verleihung der Critics' Choice Awards im kalifornischen Santa Monica hatte sie erklärt: "Ich hatte ein Jahr Auszeit, und ich könnte nun für ein paar Monate arbeiten." Danach werde sie erneut ein bis zwei Jahre Pause machen. "Ich werde wesentlich weniger arbeiten als früher", sagte Jolie.

Jolie und ihre Großfamilie wohnen derzeit in Berlin, weil Pitt dort mit US-Regisseur Quentin Tarantino den Anti-Nazi-Film "Inglorious Bastards" dreht. Den Rummel um "Brangelina" findet Jolie selbst bizarr, sagte die Schauspielerin dem SPIEGEL. "Ich würde nie behaupten, dass Ruhm mir nichts bedeutet", sagte die 33-Jährige. "Aber es gibt einen Punkt, an dem man langsam merkt, dass es genug ist."

In Deutschland wird der Hype um Jolie und Pitt seit dieser Woche von der Low-Budget-Komödie "Warten auf Angelina" aufs Korn genommen. Der Film des Regisseurs Hans-Christoph Blumenberg ist seit Donnerstag in den Kinos. Ein Paparazzo und ein Rettungsschwimmer sind darin auf der Jagd nach Bildern des Traumpaares in Berlin.

chs/AFP/AP
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