Spielerfrauen auf der Wiesn Blond schlägt Brünett

Mittelmaß in der Bundesliga, ein mageres 0:0 gegen Köln - was gibt es da eigentlich zu feiern? Wurscht war dies dem FC Bayern auf der Wiesn: In überwiegend blonder Begleitung rückten die Spieler beim Oktoberfest an. Doch miese Bilanzen sind ansteckend.

Getty Images

München - Der Bayern-Spieler liebt seine Krachlederne, rote Wadl-Wärmer und eine blonde Frau an seiner Seite. Das dürfte man jedenfalls annehmen, wenn man sich die Bilder vom Betriebsausflug des Bundesligisten in die "Käfer-Wiesnschänke" auf dem Oktoberfest anschaut. Brünette Frauen waren dort deutlich in der Unterzahl.

Erstmals im Fokus des Interesses standen dieses Jahr Stürmer-Wunder Thomas Müller und Freundin Lisa; der gefallene Stern Luca Toni und Gattin Marta dagegen blieben dem munteren Treiben verständlicherweise fern. Wer mag auch feiern, wenn er seinen Arbeitsvertrag mindestens zeitweise auf Drittliga-Äckern erfüllen muss?

Die schlechte Bilanz des FC Bayern - auch unter dem neuen Coach van Gaal gelingt es bislang bei weitem nicht, die Bundesliga in einstmals gewohnter Manier zu dominieren, momentan stehen die Bayern in der Tabelle auf dem achten Rang - scheint ansteckend.

Denn auch das Münchner Oktoberfest wartet 2009 trotz Traumwetters mit dem schlechtesten Besucherergebnis seit 2001 auf. Als Gründe werden die Wirtschaftskrise und die Angst vor Anschlägen genannt, bei der diesjährigen Wiesn hatten wegen Terrorwarnungen die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen seit Jahren gegolten.

An den 16 Festtagen seien nur rund 5,7 Millionen Menschen auf die Theresienwiese gekommen, sagte Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl zum Abschluss des Volksfests am Sonntag in München. Im vergangenen Jahr waren rund sechs Millionen Gäste gezählt worden.

Von Rekordständen der Vergangenheit ist die Wiesn damit weit entfernt. 1985 waren 7,1 Millionen Besucher auf das größte Volksfest der Welt gekommen. Mit 5,5 Millionen Menschen waren es seither nur 2001 - unmittelbar nach den Terroranschlägen in den USA - weniger gewesen als dieses Jahr.

Der Bierkonsum ging unterdessen nur gering zurück: Nach 6,6 Millionen Maß Bier im Vorjahr wurden 2009 rund 6,5 Millionen Maß getrunken, Ärzte und Sanitäter mussten sich um 759 Volltrunkene kümmern. Zwei Drittel davon waren unter 30 Jahre, etwa jede Dritte eine Frau.

Im Laufe der zwei Wochen starben mindestens drei Festplatz-Besucher. Ein betrunkener Australier wurde auf dem Heimweg zu einem Campingplatz von einer S-Bahn erfasst und getötet. Auf dem Busparkplatz der Wiesn starb ein 51-jähriger Mann. Er war nach bisherigen Erkenntnissen an seinem Erbrochenen erstickt. Ein englischer Tourist starb, als er betrunken aus dem Hotelfenster pinkelte und abstürzte.

pad/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.