Zur Ausgabe
Artikel 70 / 76
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Spike Lee Eine Mütze voll Politik

aus DER SPIEGEL 28/2021
Foto:

Eric Gaillard / REUTERS

In Cannes zeigte Spike Lee, 64, dass man sowohl durch Statements als auch durch Mode Haltung beweisen kann. Der US-Regisseur fungiert als Jurypräsident bei den Filmfestspielen. Bei der Pressekonferenz seiner Jury, der unter anderem Schauspielerin Maggie Gyllenhaal und Sängerin Mylène Farmer angehören, hielt Lee mit seiner Kritik am ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und anderen populistischen Politikern nicht zurück. »Agent Orange«, so Lee in Anspielung auf den Teint von Trump, »dieser Typ in Brasilien und Putin – das sind Gangster. Sie haben keine Moral, keine Skrupel.« Gegen solche Verbrecher müsse man das Wort erheben. Eine andere politische Botschaft trug Lee auf seinem Baseballcap. Darauf war »1619« gestickt. Die Jahreszahl ist in den USA zum Politikum geworden, seit die »New York Times« ihr »1619 Project« gestartet hat. In einer Reihe von Artikeln und Podcasts wird die Landung des ersten Sklavenschiffs im Jahr 1619 in Nordamerika als wahres Gründungsjahr der USA gedeutet, um so die rassistische Dimension der amerikanischen Geschichte zu betonen. Vor allem von konservativer Seite ist die »New York Times« dafür als unpatriotisch kritisiert worden. Mit seiner Kopfbedeckung hat Lee klargemacht, auf welcher Seite er in diesem Streit steht.

hpi
Zur Ausgabe
Artikel 70 / 76
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.