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Lady Gaga und U2 O: Auftritte mit Folgen

Foto: Dmitry Lovetsky/ AP/dpa

Europaspiele in Aserbaidschan Kritik für Lady Gaga, Lob für Bono

Zur Eröffnung der Europaspiele in Baku sang Lady Gaga den Song "Imagine" - und wird nun von der Menschenrechtskampagne "Sport for Rights" kritisiert. Warme Worte gab es indes für U2-Frontmann Bono.

Die Menschenrechtskampagne "Sport for Rights" hat Lady Gaga für ihren Auftritt bei den Europaspielen in Baku kritisiert. Die Künstlerin sang bei der Eröffnungsfeier des Multi-Sportevents vor den Augen des umstrittenen Staatschefs Ilham Alijew den John-Lennon-Hit "Imagine". Dafür soll sie dem Branchendienst "Inside the Games" zufolge rund zwei Millionen US-Dollar erhalten haben, also umgerechnet 1,77 Millionen Euro. Ihr Management hat bisher nicht auf entsprechende Berichte und Anfragen reagiert.

Der Auftritt sei "sehr enttäuschend" gewesen, heißt es von "Sport for Rights". "Lady Gaga hat nicht nur ihre eigenen Werte kompromittiert, sondern auch aserbaidschanische Aktivisten in Haft betrogen." Die Kampagne wurde eigenen Angaben zufolge  gegründet, um während der Europaspiele auf die Situation der Gefangenen, auf Korruption und Zensur in Baku aufmerksam zu machen.

Die Regierung Aserbaidschans nutzt die sportliche Großveranstaltung als propagandistische Eigenwerbung, als Beweis dafür, dass sie auch anders kann, freundlich und kompetent. Menschenrechtsorganisationen kritisieren Alijew für sein hartes Vorgehen gegen kritische Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und Oppositionelle.

Bei aller Kritik an Lady Gaga - es gab auch Lob von "Sports for Rights", und zwar für Sänger Bono und seine Band U2. Sie hatte bei Konzerten in Montreal die Fotos von sechs in Aserbaidschan Inhaftierten auf einer Leinwand gezeigt. Dazu schrieb die Band auf ihrer Internetseite : "Sechs Freunde von uns sind hinter Gittern für das Verbrechen, dass sie ihre Meinung kundtun."

"Bonos Intervention zeigt, dass die Anstrengungen des aserbaidschanischen Regimes, ihr Image durch die Europaspiele schönzufärben, fehlgeschlagen sind", schrieb "Sport for Rights". Die ersten Europaspiele dauern bis zum 28. Juni.

aar/dpa
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