Steven Seagal wird Russe Alarmstufe Rot

Mit Martial-Arts-Filmen wie "Alarmstufe Rot" erlangte er Berühmtheit, nun hat Steven Seagal die russische Staatsbürgerschaft erhalten - auf Anordnung von ganz oben.

Staatschef Putin, Schauspieler Seagal (im November 2015)
AFP

Staatschef Putin, Schauspieler Seagal (im November 2015)


Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Actionfilmstar Steven Seagal eingebürgert. Der Staatschef habe eine Weisung unterschrieben, dem US-Amerikaner die russische Staatsbürgerschaft zu verleihen, teilte der Kreml mit. Seagal war in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Besuchen in Russland, dort traf er immer wieder auch Putin persönlich.

Der Schauspieler, der mit Blockbustern wie "Hard to Kill" und "Alarmstufe Rot" bekannt wurde, hatte Putin immer wieder öffentlich verteidigt. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland etwa gab er mit seiner Band ein Konzert in Sewastopol. Seagal verweist auch immer wieder auf seine familiären Wurzeln in St. Petersburg und anderen Teilen Russlands. Auch zum weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko pflegt er gute Kontakte.

Kremlsprecher Dimitrij Peskow sagte nun, Seagal habe "seit langer Zeit darauf gedrängt, die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten". Der 64-Jährige sei nicht nur bekannt für seine Sympathien für Russland, sondern auch ein großartiger Schauspieler - "was ein guter Grund ist, ihm die russische Staatsbürgerschaft zu verleihen."

Politische Ambitionen in Arizona

Es ist allerdings noch nicht lange her, dass Seagal politische Ambitionen in seinem Heimatland hegte: Anfang vergangenen Jahres erwägte er noch eine Kandidatur bei der Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Arizona. Der praktizierende Buddhist, der fließend Japanisch spricht, steht den Republikanern nahe. Als Gouverneur würde er sich für mehr Sicherheit an der Grenze zu Mexiko einsetzen, sagte Seagal damals.

Für Putin ist es nicht der erste Coup dieser Art: 2013 bürgerte er den französische Filmstar Gérard Depardieu ein - und übergab ihm den russischen Pass sogar persönlich bei einem Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer. Zuvor hatte der Filmstar im Streit mit Frankreichs sozialistischer Regierung um hohe Steuern für Reiche ein Haus in Belgien gekauft, um weniger Abgaben zahlen zu müssen.

Die Affäre hatte in Frankreich hohe Wellen geschlagen, weil Depardieu offenkundig als Steuerflüchtling russischer Staatsbürger wurde: Präsident François Hollande plante für Jahreseinkommen ab einer Million Euro einen Steuersatz von 75 Prozent - in Russland gilt eine pauschale Einkommensteuer von 13 Prozent.

Im Video: Priwjet, Monsieur Steuerflüchtling!

mxw/AP/dpa

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