Salmans Urlaub Frankreich sperrt Strand für saudischen König

Boote müssen einen Abstand von 300 Metern halten, Normalsterbliche dürfen den Strand nicht mehr betreten: Frankreich riegelt einen Küstenabschnitt ab, weil der saudische König Salman dort Urlaub machen will.

König Salman: Mit 400-köpfigem Tross in den Urlaub
AFP

König Salman: Mit 400-köpfigem Tross in den Urlaub


Die Wohnanlage des saudischen Königs Salman Bin Abdulaziz in der südfranzösischen Gemeinde Vallauris Golfe-Juan erstreckt sich auf einer Länge von einem Kilometer. Gegenüber der Villa liegt ein weißer Sandstrand, an den die Anwohner kommen, um sich zu sonnen und im Meer zu baden. Normalerweise. Doch wenn der König in der nächsten Woche Urlaub macht, ist das nicht mehr möglich.

Dann wird der Strand abgesperrt, von der Meeresseite müssen Boote einen Abstand von 300 Metern einhalten. Sobald die königliche Garde den genauen Ankunftstag mitteile, werde der Strand 24 Stunden später aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt, sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Die Anwohner verärgert die Sonderbehandlung für den wohlhabenden und mächtigen Gast. "Ob es nun er ist oder ein anderer Milliardär, immer bekommen sie mehr Rechte als die normalen Leute", empörte sich am Sonntag die Pflegerin Fatima, die mit ihren Töchtern zum Baden an den Mirandole genannten Strandabschnitt gekommen war.

Für Unmut unter der Bevölkerung hatten bereits die Mitarbeiter von König Salman gesorgt. Schon vor der offiziellen Genehmigung der Behörden hatten sie damit begonnen, den Strandabschnitt abzusperren. Sogar einen Lift hatten sie angefangen zu bauen. Die Saudis haben den Behörden allerdings versprochen, die Konstruktion vor ihrer Abreise wieder abzubauen.

Bei seinem Frankreich-Urlaub wird der 79-jährige Monarch Medienberichten zufolge von einer 400-köpfigen Delegation begleitet.

König Salman, fast 50 Jahre lang Gouverneur von Riad und dann Verteidigungsminister, regiert seit mehr als einem halben Jahr in Saudi-Arabien. Er hatte nicht einmal die Beerdigung seines Vorgängers Abdullah abgewartet, so eilig hatte er es, das Königreich neu auszurichten. Noch am Abend des 23. Januar entließ er einflussreiche Mitarbeiter Abdullahs, binnen Wochen tauschte er mehrere Minister aus. Dreieinhalb Monate später ordnete er die Thronfolge neu.

kha/AFP

insgesamt 68 Beiträge
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Bueckstueck 19.07.2015
1.
Das muss sich ja ganz schön in Euros lohnen, wenn man solche Extrawürste brät...
emmyneander 19.07.2015
2. Unglaublich
Kann er nicht in den Emiraten oder sonstwo Urlaub machen? Die kommen hierher und wir sperren für die auch noch den Strand ab? Langsam reichts!
querollo 19.07.2015
3. Egalité
Das ist originell. Erst köpft man die eigenen Könige, dann importiert man andere. Wie siehts denn in Elba aktuell so aus? Man weiß ja nicht, was noch kommt...
esistzuspät 19.07.2015
4. Arabische Welt
Könnte er mit dem Geld nicht den Arabern in Syrien unter die Arme greifen? Wäre doch mal eine Idee, obwohl für sowas ist ja der Michel verantwortlich...
JerryLee 19.07.2015
5. Hoffentlich hat er im Voraus bezahlt!
Noch vor Jahren hat der Gaddafi-Clan mitsamt grossem Gefolge in Rapallo/IT ein Fünf-Stern-Hotel verlassen ohne zu zahlen. Das Hotel wartet heute noch auf mehrere Hunderttausende Euros!
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