Adam Levine über Super-Bowl-Show "Niemand hat sich mehr Gedanken darüber gemacht als ich"

Ein Auftritt beim Super Bowl galt einst als Höhepunkt vieler Musikerkarrieren. Doch nach Protesten ist die Halbzeitshow politisch aufgeladen - und Maroon-5-Sänger Adam Levine verteidigt seine Entscheidung.

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Der Auftritt hat noch nicht begonnen, aber schon laufen heiße Debatten. "Maroon 5: Sagt die Halbzeitshow beim Super Bowl ab", fordert eine Online-Petition die Popband auf. Mit ihrer Show beim Endspiel in der Football-Liga NFL stehen die fünf Musiker am Sonntag im Mittelpunkt des wichtigsten Fernsehereignisses in den USA - und im Kreuzfeuer einer hitzigen Diskussion über politische Proteste innerhalb der Liga.

Mehr als 111.000 Menschen haben die Petition unterzeichnet. Das sind nur gut 0,1 Prozent der rund 103 Millionen Amerikaner, die das Sport-Großereignis vergangenes Jahr im Fernsehen oder im Internet verfolgten. Für Maroon 5 und die Rapper Big Boi und Travis Scott, die ebenfalls auftreten, bedeutet das Spektakel einen ordentlichen Schub an Aufmerksamkeit.

Adam Levine hat die Entscheidung verteidigt, mit seiner Band Maroon 5 aufzutreten. "Niemand hat sich mehr Gedanken darüber gemacht als ich", sagte der 39-Jährige in der Sendung "Entertainment Tonight". Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, und noch wichtiger: Ich habe all den Lärm um mich ausgeblendet und auf mich gehört."

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Super Bowl: Superstars als Pausenfüller

Hintergrund sind die Kontroversen um Quarterback Colin Kaepernick. Der Sportler hatte einen ligaweiten Protest gegen die Unterdrückung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt begonnen und wurde seit rund zwei Jahren von keinem Team mehr unter Vertrag genommen. Die Sängerinnen Rihanna und Pink sollen - aus Solidarität mit Kaepernick - ein Angebot für die Halbzeitshow abgelehnt haben.

Auch für Jay-Z war die Sache klar. "Ich habe nein gesagt zum Super Bowl / Ihr braucht mich, ich brauche euch nicht", rappt er in seinem Titel "Apeshit". Rapperin Cardi B zeigte sich für die Halbzeitshow erst bereit, "wenn sie Colin Kaepernick wieder einstellen", wie sie der Website "TMZ" sagte.

Mit Maroon 5 fiel die Wahl auf eine Popband. Die dreifachen Grammy-Gewinner aus Kalifornien stehen für tanzbaren Soul und sind mit Hits wie "This Love", "She Will Be Loved" und "Makes Me Wonder" fest im musikalischen Mainstream verankert. Kontroversen wie den "Nipplegate"-Skandal von 2004, als Popstar Justin Timberlake vor Millionen die Brust von Sängerin Janet Jackson entblößte, sind bei ihnen kaum zu erwarten.

"Ich habe den falschen Beruf gewählt, wenn ich nicht ein paar Kontroversen aushalten könnte. So ist es halt", sagte Levine. Er wolle durch seine Musik sprechen und sei stolz auf das Endprodukt.

Im Super Bowl treffen in der Nacht auf Montag (0.30 Uhr MEZ Uhr) in Atlanta die New England Patriots auf die Los Angeles Rams. Ein Auftritt auf der "größten Bühne der Welt", wie Liga-Boss Roger Goodell die Halbzeitshow beichnet, galt einst als Ritterschlag. Prince, Michael Jackson und Beyoncé gaben sich die Ehre, auch Bruce Springsteen und U2 lieferten denkwürdige Shows ab.

wit/dpa



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