"Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts "Ich muss das angucken, das ist etwas Sinnliches"

Was machen eigentlich "Tatort"-Stars, wenn der "Tatort" läuft? Schauspielerin Ulrike Folkerts hat klare Prinzipien: Ihre Mutter spielt dabei eine große Rolle, aber auch Sinnlichkeit - und Alkohol.

DPA

An diesem Wochenende löst Lena Odenthal bereits ihren 70. Fall als "Tatort"-Ermittlerin. Und während vermutlich Millionen Zuschauer den TV-Krimi "Die Pfalz von oben" sehen wird, sieht auch Schauspielerin Ulrike Folkerts zu - das verriet sie nun in der Talkshow "3nach9".

"Ich guck das. Ich muss das angucken", sagte Folkerts. "Ich muss an diesem Tag, das ist etwas Sinnliches, mit der Nation zusammen zur gleichen Zeit um 20 Uhr schon Nachrichten und dann diese anderthalb Stunden gemeinsam schauen." Ein Hauch Esoterik spielt dabei offenkundig auch eine Rolle: "Das ist gefühlte Energie", sagte Folkerts, "und wenn ich da nicht dabei bin, kann das nicht gut gehen!"

Ein besonderes "Tatort"-Ritual hat aber nicht nur die Odenthal-Darstellerin selbst, sondern auch ihre Mutter, die angeblich keinen Krimi mit ihrer Tochter verpasst. "Sie lädt sich immer jemanden ein und macht ein Fläschchen Sekt auf", sagte Folkerts. Die schauspielerische Leistung kommentiere ihre Mutter aber nie: "Sie fühlt einfach nur ihre Tochter."

"Sie versucht wahrscheinlich zu verstehen, wo sie mich kennt und wo sie mich gar nicht kennt und wo sie Angst um mich hat", sagte die Schauspielerin. "Es ist einfach eine Mutter, die Fernsehen schaut. Das ist keine Zuschauerin."

Folkerts hatte erst vor wenigen Monaten in einem Interview über ihr Privatleben geplaudert. Die Schauspielerin, die seit mehr als anderthalb Jahrzehnten mit Katharina Schnitzler zusammen ist, empfand die Zeit nach ihrem Outing demnach als sehr schwierig. "Das war, wie durch eine Welle geschleudert zu werden", sagte sie.

"Wenn man entdeckt, dass man homosexuell ist, stellt sich das Leben auf den Kopf", sagte Folkerts. Die 58-Jährige lebt seit mehr als 20 Jahren offen lesbisch. Damals sei dies nicht so normal gewesen wie heutzutage: "Mich zu outen, war ein riesiger Kraftakt."

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Ulrike Folkerts: Und Sonntags ein Sektchen mit Mama

Seit mittlerweile 16 Jahren lebt Folkerts mit ihrer Partnerin in Berlin. "Ich kann mich jeden Morgen daran erfreuen, wenn ich aufwache und meine Freundin sehe - bei ihr habe ich das Gefühl, ich werde geliebt, genau so, wie ich bin."

2008 hatten Folkerts und Schnitzler ein Buch herausgegeben. Damals sagte die Schauspielerin, sie bekomme regelmäßig Post von fremden Menschen - "Menschen, die emotional leiden, Angst haben, verstoßen zu werden, wenn sie offen zu ihrer Homosexualität stehen."

mxw



insgesamt 2 Beiträge
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Der_schmale_Grat 16.11.2019
1. Die Frau
ist natürlich und erfrischend, aber ich vermisse immer noch Kopper! Die beiden passten zusammen wie Bulette und Brötchen! Hoffentlich macht sie trotzdem weiter.
w.weiter 16.11.2019
2. Danke für diesen Artikel.
Sehr geehrte Frau Folkerts, es sei Ihnen von Herzen gegönnt. Genießen Sie es weiterhin neben einem geliebten Menschen aufzuwachen. Den schlafwarmen Körper eines geliebten Menschen neben sich zu wissen, zu spüren. Was gibt es mehr? Genießen Sie es. Aufrichtiger Gruhs aus dem hohen Norden.
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