American Music Awards Die Taylor-Swift-Show

Eine 17-Jährige begeistert die Massen, Heidi Klum witzelt über ihren Mann - und Taylor Swift bricht einen historischen Rekord: Bei den American Music Awards hat die Musikbranche ihre Superstars gefeiert.

Chris Pizzello/Invision/AP

Es war selbst für ihre Verhältnisse ein außergewöhnlicher Abend in Los Angeles: Bei der Verleihung der American Music Awards (AMA) erhielt Taylor Swift in der Nacht zum Montag insgesamt fünf Preise, unter anderem die Auszeichnung als Künstlerin des Jahres und für das beliebteste Album des Jahres.

Damit überholte die Musikerin in der AMA-Historie den 2009 gestorbenen Michael Jackson, der mit 24 American Music Awards bislang Rekordhalter war. Swift hat nun 28 der Trophäen. Zudem wurde die 29-Jährige mit einem Ehrenpreis als "Künstlerin des Jahrzehnts" geehrt und spielte ein Medley ihrer Songs.

Den Auftritt dürfte Swift als weiteren Erfolg verbucht haben, denn darum hatte es im Vorfeld heftigen Streit gegeben: Der Sängerin zufolge hatten ihr ehemaliger Label-Chef und sein neuer Partner Swift zunächst untersagt, ältere Songs auf der Bühne zu präsentieren. Das Label und die AMA-Produktionsfirma einigten sich später jedoch (lesen Sie hier mehr über den Konflikt).

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American Music Awards: "Ich habe so viel Glück, dass ich hier sein darf"

"Im vergangenen Jahr hatte ich einige der schönsten und einige der härtesten Zeiten", sagte Swift in einer Dankesrede. "Ich habe so viel Glück, dass ich hier sein darf." Bei ihrem Auftritt trug die Sängerin zeitweise demonstrativ ein weißes Hemd mit den Namen aller ihrer älteren Alben darauf. Ihr neues Album "Lover" mit einem neuen Label fühle sich wie ein Neuanfang an, sagte sie.

Abgesehen von Swift wurden Stars wie Billie Eilish, Shawn Mendes, Camila Cabello, Halsey und Post Malone geehrt. Die 17 Jahre alte Eilish wurde unter anderem als beste Alternative-Rock-Künstlerin geehrt. "In dieser Kategorie einfach nur genannt zu werden, ist für mich schon unglaublich", sagte Eilish. "Ich zittere am ganzen Körper." Sie war mit sechs Nominierungen in die Gala gegangen und gewann zwei Preise.

Moderiert wurde die Show von der Sängerin Ciara, zudem traten Sänger und Bands wie Selena Gomez, Green Day, Shania Twain und Toni Braxton auf. Zahlreiche andere Stars saßen im Publikum oder verliehen Preise, wie beispielsweise das deutsche Model Heidi Klum. Auch sie habe etwas zur Musikbranche beigetragen, witzelte Klum. "Ich habe vor Kurzem einen sehr gut aussehenden jungen Musiker der Band Tokio Hotel geheiratet." Ehemann Tom Kaulitz applaudierte im Publikum.

Die American Music Awards werden seit 1973 verliehen. Die Nominierungen basieren auf Albumverkaufszahlen der Musiker, über die Gewinner können Fans im Internet abstimmen.

mxw/dpa



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ayee 25.11.2019
1. Kein gutes Jahrzehnt
Wenn jemand wie Swift Künstlerin des Jahrzehnts wird, dann war das musikalisch kein gutes Jahrzehnt. Ihre Musik und sie als Künsterlin ist ok, aber das war es auch schon. Aus künstlerischem Aspekt ist da nicht viel dran.
Papazaca 25.11.2019
2. Mittelmass, finanziell wie auch künstlerisch
Wer sich die Zahlen der Musikbranche ansieht, hat eine Idee. Wer sich die Nominierten und Preisträger ansieht, versteht einiges von Verkaufszahlen, künstlerischer Qualität und dem momentane Musikgeschmack. Wenn Taylor Swift zur Künstlerin des Jahrzehnt gekürt wird, weiß man, was man von diesem Preis zu halten hat. Es geht um Verkäufe und Kohle, sonst nichts. Und so ist dann auch die künstlerische Aussage dieser Preise. Null Komma Nix!
sekundo 25.11.2019
3. Wir als Deutsche
sollten uns, angesichts unserer jämmerlichen Unterhaltungsindustrie, bei der Beurteilung amerikanischer Künstler nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Es droht nämlich akute Absturzgefahr!! Man schlendere einmal die Music-City-Row in Nashville entlang. In den Clubs dort spielen Bands ohne Gage, in der Hoffnung, von einem Scout entdeckt zu werden. Da gibt es Instrumentalisten und Sänger/innen, die würden in Good Old Germany alles in Grund und Boden spielen und singen.
Papazaca 25.11.2019
4. Der amerikanische Markt ...
mit 330 Millionen Einwohner stellt natürlich eine ganz andere Marktmacht da, als die eher national ausgerichtete deutsche Musikindustrie. Aber überall, auch in den USA verdienen die Musikindustrien weniger Geld, weil sich das Freizeitverhalten der Kids geändert hat, siehe das Internet. Der Qualität der Musik hat das insgesamt nicht gut getan, unabhängig, ob man sich amerikanische Musikpreise, die BRIT Awards oder die vergreisten Musikpreise in Deutschland ansieht.
sekundo 25.11.2019
5. Na, ja!
Zitat von Papazacamit 330 Millionen Einwohner stellt natürlich eine ganz andere Marktmacht da, als die eher national ausgerichtete deutsche Musikindustrie. Aber überall, auch in den USA verdienen die Musikindustrien weniger Geld, weil sich das Freizeitverhalten der Kids geändert hat, siehe das Internet. Der Qualität der Musik hat das insgesamt nicht gut getan, unabhängig, ob man sich amerikanische Musikpreise, die BRIT Awards oder die vergreisten Musikpreise in Deutschland ansieht.
Alle 330 Millionen Amerikaner gehören nicht zum dortigen Markt. Die Plattenindustrie hat das Internet verschlafen und daraus folgte mittelfristig eine Konzentration der Firmen auf wenige große Labels. Die großen Namen verdienen ihr Geld mit horrende gestiegenen Konzert-Ticketpreisen und der Durchschnittsmucker muss sich von Streaming-Diensten ausbeuten lassen. Die deutsche Industrie ist nicht national ausgerichtet sondern muss dieses Dasein fristen weil es hierzulande kaum Acts gibt, die international konkurrenzfähig sind. Ganz anders sieht das in den USA und Großbritannien aus. Sehen Sie sich die letzte Grammy-Verleihung oder selbst die Show The Voice USA an. Da tritt eine Granate nach der anderen auf. Die darf man nicht mit den deutschen Sanges-Trostpreisen vergleichen.
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