Berühmt dank Gremlin-Charmes Das Model mit dem Alien-Look

Als Kind wurde die lange, dünne Molly Bair als Gottesanbeterin gehänselt. Heute modelt sie für namhafte Modehäuser - und profitiert von ihrem koboldhaften Aussehen.

AP

New York - "Ich bin halt ein Alien", sagen Teenager, wenn sie klarmachen wollten, dass sie irgendwie außen vor, notorisch inkompatibel und nicht gesellschaftsfähig sind.

Für Molly Bair ist "Alien" ein Label, das man ihr auf den Leib geschrieben hat, um sie zu vermarkten. Das Mädchen aus Philadelphia war gerade 17, als ein Talent-Scout sie auf einem Flohmarkt in New York als Model entdeckte.

Eine durchaus ungewöhnliche Wahl, die einen guten Blick für Marktlücken voraussetzt, denn: Molly ist ein auf den ersten Blick eher grimmiger Teenager mit sehr spitzem Kinn, extrem abstehenden Ohren und einem Mund, der gerade so breit ist wie ihre Nase. Für den Model-Job bringt sie allerdings Gardemaße mit. Sie ist 1,82 Meter groß und hat einen Taillenumfang von 61 Zentimetern.

"Ich hab nie gedacht, dass ich so seltsam, so alienmäßig, aussehe", sagte Bair dem Sender CNN. "Ich fand mich immer normal." Inzwischen habe sie sich an ihre offenbar kobold- oder dämonenhafte Ausstrahlung, an die "Gremlin-Vibes", gewöhnt.

Bair war laut eigenem Bekunden ein eigenwilliges, sehr mageres und knochiges Kind, was ihr den Spitznamen Gottesanbeterin einbrachte. Sie hätte nie erwartet, dass "ein Mädchen, das seine Kindheit mit zusammengewachsenen Augenbrauen verbracht hat, irgendwann in der 'Vogue Italia' zu sehen sein wird". Während der Pubertät haderte Bair lange mit ihrem Körper. "Ich sehe immer noch aus wie ein 13-jähriger Junge", sagt sie.

Das schadet in der Branche nicht, im Gegenteil: Innerhalb eines Jahres hat Bair für Chanel, Alexander Wang, Prada und viele andere namhafte Modehäuser gearbeitet. Sie ist bei der Agentur Elite unter Vertrag. Unperfekte Frauen sind bei den Modemachern derzeit als Models gefragt. So verpflichtete das spanische Label Desigual die an der Hautkrankheit Vitiligo leidende Chantelle Brown-Young.

Bair kommt mit ihrem unerwarteten Ruhm gut klar. Probleme gibt es offenbar kaum - außer mit hochhackigen Schuhen. Die habe sie vor ihrem Model-Dasein nur ein einziges Mal an den Füßen gehabt, anlässlich ihres Schulabschlusses. "Ich fiel damit die Treppe runter und habe seitdem eine ungesunde Beziehung zu High Heels."

ala



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.