"Perspektive einer weißen Hauptfigur" Bryce Dallas Howard kritisiert eigenen Film

"The Help" wird offenbar gerade besonders häufig gestreamt - doch die Darstellerin Bryce Dallas Howard betrachtet den Film heute kritisch. Sie empfiehlt andere Filme zum Thema Rassismus.
"The Help"-Darstellerinnen: Viola Davis, Emma Stone, Octavia Spencer and Bryce Dallas Howard

"The Help"-Darstellerinnen: Viola Davis, Emma Stone, Octavia Spencer and Bryce Dallas Howard

Foto: Eric Jamison/ AP

Vor rund zehn Jahren kam das Rassismusdrama "The Help" in die Kinos - angesichts der massiven Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz stößt es aktuell wieder auf viel Interesse. Schauspielerin Bryce Dallas Howard, die selbst in dem Film mitspielte, hat sich nun kritisch geäußert und andere Filme über Rassismus empfohlen.

Sie habe gehört, dass "The Help" derzeit der meistgesehene Film beim Streamingdienst Netflix sei, schrieb Howard bei Instagram. Sie schätze die vielen Freundschaften, die bei dem Dreh entstanden seien, doch es sei eine fiktionale Geschichte, "aus der Perspektive einer weißen Hauptfigur vorwiegend von weißen Erzählern geschaffen".

Wir könnten alle mehr tun, schreibt der Hollywoodstar. Howard empfiehlt eine Reihe von "starken, wichtigen, meisterhaften" Filmen über Themen wie Bürgerrechtsbewegung und Rassentrennung, die lehrreich seien und zum Handeln anregen könnten. Diese Vorschläge stellten "schwarze Leben, Geschichten, Schöpfer und/oder Darsteller in den Mittelpunkt". Unter anderem listet sie die Dramen "Just Mercy", "Malcolm X" und "Selma" auf.

"The Help" nach der Bestsellervorlage der weißen US-Autorin Kathryn Stockett schildert die Schicksale schwarzer Dienstboten und Kindermädchen in den US-Südstaaten. Howard spielte in dem Film eine rassistische junge Frau. Der weiße Regisseur Tate Taylor erzählt die Geschichte aus der Sicht der Rolle der Eugenia "Skeeter" Phelan, verkörpert von Emma Stone, die sich als kritische Beobachterin von den anderen Society-Frauen abhebt.

Octavia Spencer holte mit ihrer Nebenrolle als Haushaltshilfe Aibileen Clark einen Oscar. Die Afroamerikanerin Viola Davis, die als Hauptrolle ein Kindermädchen spielte, bedauerte 2018 im Interview mit der "New York Times"  ihre Teilnahme an dem Film, obwohl die Erfahrung und die beteiligten Personen großartig gewesen seien. Am Ende sei es jedoch nicht wirklich um die Perspektive der Dienstboten gegangen.

bbr/dpa
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