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"The Interview" abgesagt: Coelho trotzt den Terrordrohungen

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa

Abgesagter Kinostart Paulo Coelho bietet 100.000 Dollar für Nordkorea-Komödie

Künstler auf der ganzen Welt sind entsetzt darüber, dass Sony Pictures den Kinostart der Nordkorea-Komödie "The Interview" abgesagt hat. Jetzt will Bestseller-Autor Paul Coelho den Film auf seinem Blog zeigen: Er lasse sich von Terrordrohungen nicht einschüchtern.

Hamburg - Paulo Coelho gehört zu den Autoren, die weltweit am meisten Bücher verkauft haben. Seit Werken wie "Der Alchimist" und "Veronika beschließt zu sterben" hat der Brasilianer Tausende Fans auf der ganzen Welt. Jetzt sorgt er mit einem ungewöhnlichen Vorschlag für Furore: Er hat Sony Pictures per Twitter 100.000 Dollar (gut 81.000 Euro) für die Rechte an der umstrittenen Nordkorea-Komödie "The Interview" angeboten. Das Filmstudio hatte die Premiere nach Terrordrohungen abgesagt.

Schauspieler und Filmemacher zeigten sich über die Entscheidung des Filmstudios entsetzt: Dies sei eine Niederlage für die Meinungsfreiheit. Hacker hätten das Filmstudio bezwungen. Unter Hashtags wie #PussyNation und #BoycottSony finden sich mittlerweile Hunderte Tweets zu dem Thema.

In "The Interview" wird die Geschichte von zwei Journalisten erzählt (Seth Rogen und James Franco), die die Möglichkeit bekommen, mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un ein Interview zu führen. Die CIA gibt ihnen daraufhin den Auftrag, den Staatschef zu töten.

Eine Gruppe, die sich selbst "Die Friedenswahrer" nennt, hatte unter Berufung auf die Anschläge vom 11. September 2001 explizit vor einer Aufführung des Films gewarnt: "Wir werden Ihnen klar zeigen, welch' bitteres Schicksal jene erleiden, die Spaß am Terror haben. Wenn Ihr Haus in der Nähe ist, gehen Sie lieber weg."

Hinter den Drohungen sollen dieselben Leute stecken, die bei einem Cyberangriff auf Sony Pictures Tausende interne Dokumente gestohlen haben. US-Ermittler gehen davon aus, dass sie im Auftrag der nordkoreanischen Regierung arbeiten.

Er lasse sich von Terrordrohungen nicht einschüchtern, schrieb Coelho auf Twitter. Er werde den Film frei zugänglich auf seinem Blog veröffentlichen. Die Filmproduktionsfirma solle doch bitte Kontakt zu ihm aufnehmen, sein Angebot gelte bis Mitternacht (Ortszeit).

vet/AFP