Streit mit Ex-Frau Lästerverbot für Thomas Anders

Niederlage für Thomas Anders: Das Koblenzer Landgericht hat entschieden, dass sich der frühere Modern-Talking-Sänger öffentlich nicht mehr negativ über seine Ex-Frau Nora äußern darf. Und die stellt nun eine Millionenforderung.

DPA

Koblenz - Sie waren 14 Jahre lang verheiratet, doch zuletzt bekriegten sich Thomas Anders und Nora mit juristischen Mitteln. Am Freitag entschied das Koblenzer Landgericht: Der ehemalige Modern-Talking-Sänger darf nicht mehr öffentlich über seine Ex-Frau lästern.

Das sogenannte Versäumnisurteil wurde im Wesentlichen aufrechterhalten und nur in einem Punkt aufgehoben, teilte das Gericht mit. Weitere Erläuterungen sollen erst folgen, wenn die Prozessbeteiligten über das Urteil informiert wurden. Bei der Verkündung waren weder Anders noch Nora anwesend. Um ein Versäumnisurteil handelte es sich, da Anders im vergangenen Jahr nicht vor Gericht erschienen war.

Seine Biografie könnte ihn nun teuer zu stehen kommen: Die Ex-Frau des 49-Jährigen fordert rund eine Million Euro für die Veröffentlichungen über sie in dem Buch "100 Prozent Anders". "Uns wurde umfassend und ausführlich recht gegeben", sagte ihr Anwalt Bernd Schneider nach der Gerichtsentscheidung. Es sei ein eindeutiges Signal, dass seine Mandantin auch den nächsten Prozess gewinnen werde. "Wir haben Zahlungsklage eingereicht, weil Herr Anders gegen seine eigene Scheidungsvereinbarung verstoßen hat."

"Notfalls durch alle Instanzen gehen"

Der Anwalt von Thomas Anders bewertet das nicht so: "Das Urteil hat uns nicht überrascht, da das Gericht sich von Anfang an auf die Seite der Klägerin gestellt hat", sagte Christian Schertz. Das Urteil sei falsch, weil es verkenne, dass Nora sich selbst in der Vergangenheit mehrfach in den Medien über ihr Privatleben geäußert habe. "Wir werden Rechtsmittel einlegen und notfalls durch alle Instanzen gehen", kündigte Schertz an. Die bevorstehende Zahlungsklage bezeichnete Schertz als "absurd".

Grundlage der Klage ist eine Vereinbarung, auf die Anders bestanden haben soll. Darin ist festgelegt, dass sich beide nach ihrer Scheidung 1999 nicht mehr öffentlich über "persönliche Eigenschaften" des anderen äußern dürfen, sonst werde eine Strafe von 200.000 Mark fällig. Dennoch hatte Anders in seiner Biografie seiner Ex-Frau unter anderem Verschwendungs- und Luxussucht vorgeworfen. 19 Verstöße gegen die Vereinbarung hat die Klägerin in dem Buch entdeckt. Für zehn Äußerungen fordert sie nun jeweils die vertraglich vereinbarte Strafe von heute etwa 100.000 Euro.

Bereits im November hatte das Koblenzer Gericht Anders einen Maulkorb verpasst und alle öffentlichen Äußerungen über seine Ex-Frau untersagt. Daraufhin ließ er die entsprechenden Passagen in seinen Lesungen aus. "Sie müssen jetzt auch aus dem Buch entfernt werden", fordert Anwalt Schneider. "Ob er sie schwärzt oder herausreißt, ist mir egal." Das Hörbuch steht hingegen nicht in der Kritik der Ex-Frau. Dort taucht ihr Name, im Gegensatz zum Buch, nicht mehr im Untertitel auf. "Auch sonst wird sie mit keinem Wort erwähnt", erklärt Schneider.

In dem Buch behauptet der 49-Jährige unter anderem, es sei Nora "nie in den Sinn gekommen", einen Beruf auszuüben. Anders schreibt außerdem, seine erste Ehe habe unter einem schlechten Stern gestanden. Seine Mutter habe "das Verhängnis" von Anfang an kommen sehen, auch sein Vater sei sicher gewesen, dass die Verbindung nicht von Dauer sein werde.

Das Buch mit dem Untertitel "Mein Leben - und die Wahrheit über Modern Talking, Nora und Dieter Bohlen" war Mitte September erschienen. Der Sänger und Nora hatten 1984 geheiratet, er war 21, sie 20 Jahre alt.

wit/dapd/dpa



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