Fotostrecke

Hitzslperger über homosexuelle Sportler: "Kein so ein Tabu mehr"

Foto: Matthias Hangst/ Bongarts/Getty Images

Thomas Hitzlsperger "Die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen"

Fünf Jahre nach seinem öffentlichen Outing hat der Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger Bilanz gezogen. Homosexualität sei kein Tabu mehr im Profisport. Ein hoher Fußballfunktionär sieht das anders.

Thomas Hitzlsperger sagt, dass der Profisport in den vergangenen Jahren toleranter geworden sei. "Es gibt, glaube ich, jetzt ne ganz andere Gesprächsebene, auch wenn wir über sexuelle Vielfalt sprechen. Es ist kein so ein Tabu mehr, wie es vielleicht vor fünf Jahren war", sagte der ehemalige Fußballprofi der "ARD-Radio-Recherche Sport".

Im Januar 2014 hatte der heute 36-Jährige in einem Interview erstmals über seine Homosexualität gesprochen. "Ich möchte gern eine öffentliche Diskussion voranbringen - die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern", sagte er damals.

In dem neuen Interview äußerte Hitzlsperger auch Kritik. Von Fans hätten Spieler, die sich outen wollten, nicht so viel zu befürchten. Fußballfans seien mittlerweile "viel aufgeklärter, viel aufgeschlossener."

"Die Problematik ist die, dass die Menschen Ratgeber und Berater um sich herum haben, die auch davon abraten. Die Erfahrung habe ich auch gemacht." Man müsse da auf seine eigene Stimme hören. "Auch mich wollten Leute beschützen, aber das war falsch." Er habe nach dem Outing bemerkt, dass das Leben "sehr, sehr gut weiter" gehe. Er sei froh über seine Entscheidung.

Fotostrecke

Hitzslperger über homosexuelle Sportler: "Kein so ein Tabu mehr"

Foto: Matthias Hangst/ Bongarts/Getty Images

Peter Fischer, Präsident des Bundesligisten Eintracht Frankfurt, widersprach Hitzslperger in einem Punkt. Für ein Coming-out eines aktiven Profis sei die Zeit noch nicht reif, sagte Fischer - auch wenn ihn das traurig mache und er sich für die Gesellschaft schäme.

Hitzlsperger hatte sich nach dem Ende seiner Profikarriere geoutet. Er ist derzeit Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart, ARD-Experte bei Länderspielen und Botschafter für Vielfalt des Deutschen Fußball-Bundes.

jpz/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.