16 Jahre später Leiche von Bergsteiger-Legende gefunden

Jahrelang bezwang Alex Lowe die höchsten Gipfel der Welt. 1999 starben er und sein Kameramann in einer Lawine. Nun haben Bergsteiger die sterblichen Überreste der zwei Abenteurer gefunden.

Alex Lowe
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Alex Lowe


Er galt als einer der besten Bergsteiger der Welt: Als Alex Lowe im Oktober 1999 den vierzehnthöchsten Berg der Welt bestieg, wusste der US-Amerikaner sehr genau, was er tat. Dennoch überlebte Lowe seinen Trip auf den tibetischen Shishapangma nicht. Gemeinsam mit seinen Freunden David Bridges und Conrad Anker geriet er in eine Lawine, die nur Anker überlebte. Erst vergangenen Mittwoch, mehr als 16 Jahre nach dem Unglück, sind die sterblichen Überreste von Lowe und Bridges offenbar gefunden worden.

Der damals 40-jährige Abenteurer Lowe wollte den niedrigsten der berühmten Achttausender im Himalaya bezwingen - und anschließend als erster US-Sportler eine Skiabfahrt bergab wagen. Eine Wahnsinnsaktion. Doch für Wahnsinn war der Bergsteiger bekannt: Zahlreiche Geschichten erzählen von seinen unerschrockenen Heldentaten an den höchsten Gipfeln der Welt. Er erkletterte Berge in aller Welt, vom Matterhorn bis zum Mount Everest - und wurde für seine Leistungen mit Bergsteigerpreisen bedacht.

Der Trip auf den Shishapangma hätte seinem persönlichen Abenteuer-Epos eine weitere Episode hinzugefügt. Aber gegen die Macht der Schneelawine, die 2000 Meter über den drei Bergsteigern losbrach, waren Lowe und der versierte Dokumentarfilmer Bridges machtlos.

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Vorige Woche fanden nun der deutsche Bergsteiger David Göttler und sein Schweizer Kollege Ueli Steck die sterblichen Überreste der zwei vermissten Amerikaner am Shishapangma. Als sie dem einzigen Überlebenden Conrad Anker die gefundene Ausrüstung beschrieben, konnte er den Fund bestätigen: "Ein blauer und ein roter Rucksack, gelbe Stiefel", sagte Anker. "Genau dieses Equipment hatten sie damals. Sie waren praktisch die einzigen Bergsteiger in dieser Gegend." Dass nun endlich Gewissheit herrsche, erleichtere ihn. Die Leichen seien immer noch in einem Gletscher eingeschlossen, würden aber allmählich vom Eis freigegeben.

Auch Lowes Witwe erklärte, dass sie dankbar für den Fund sei. "16 Jahre sind vergangen, und nun wurden Alex und David gefunden. Wir sind dankbar." Mittlerweile leitet sie gemeinsam mit Anker, den sie 2001 heiratete, eine Stiftung in Gedenken an Alex Lowe. Zusammen mit Anker und ihren Kindern will sie nun zum Shishapangma reisen, um die Leichen zu übernehmen.

hch/AP/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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chjuma 02.05.2016
1. Persönlich ziehe ich den Hut vor der
individuellen Leistung. Ich denke auch dass er ein bewundernswerter Mensch war. Was mich nachdenklich stimmt dass solche Einzelleistungen krude vermarktet werden und einen Ansturm von Massentourismus lostreten, wie am Mt. Everest. Der ist zu einer riesigen Müllhalde verkommen. Und das ist nur EIN Beispiel. Wenn ein Hund in die Stube kackt wird ihm klar gemacht dass das nicht seine beste Idee war. Die Erde ist unsere Stube. Warum ist der Mensch nicht stubenrein zu kriegen?
Rubyconacer 02.05.2016
2. Interessant
Wie spricht sich sein Name aus? Ein ewiges Rätsel.
lutz_schermer 02.05.2016
3. Verstehe ich nicht ganz!
... als erster US-Sportler eine Skiabfahrt "bergab" wagen. Kann man auch "bergauf" abfahren?
hisch88 02.05.2016
4.
Da könnte man einen Bergsteiger-Krimi drüber Schreiben. 3 Freunde klettern auf einen Berg, einer überlebt und heiratet 2 Jahre später die Witwe.
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