Tiefschlag Dieter Thomas Heck schimpft Grönemeyer einen Schlagersänger

Heck is back: Die pensionierte "Hitparaden"-Legende Dieter Thomas Heck sorgt jetzt mit einem Interview für Aufsehen. Der 71-Jährige hält Herbert Grönemeyer auch nur für einen Schlagersänger - und seine Musik damit für "Wegwerfware".


München - Es gibt vermeintliche Komplimente, die schmerzen mehr als jede Beleidigung: Ein Künstler wie Grönemeyer sei Schlager, "auch wenn er es ungern hört", sagte Heck am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

Für den "Mensch"-Interpreten, der unvergessene Verse drechselte ("Am Strand des Lebens / Ohne Grund, ohne Verstand / Ist nichts vergebens / Ich bau die Träume auf den Sand"), muss das wie ein Schlag ins Gesicht wirken: In eine Reihe gestellt zu werden mit seichten Schnulzenschlabberern à la RexGildoCostaCordalisMatthiasReim.

Gleichzeitig forderte der 71-jährige Heck zu allem Überfluss auch noch, nicht so viel Wirbel um Schlagermusik zu machen und Negatives in sie hineinzuinterpretieren: "Schlager ist eine Wegwerfware, man pfeift sie vor sich hin, weil man fröhlich ist." Autsch, Herbert, das tut weh!

Heck war vor 40 Jahren zum ersten Mal mit der ZDF-"Hitparade" auf Sendung gegangen. Dass der Mainzer Sender die nach Hecks Rückzug 1984 von Viktor Worms und später Uwe Hübner moderierte Sendung im Jahr 2000 eingestellt hat, war nach Ansicht Hecks ein Fehler. "Es wäre heute noch eine Sendung, die man machen könnte."

Was der geschmähte Barde Grönemeyer von Hecks kleiner Stilkritik hält, ist indes nicht überliefert. Ein mögliches Streitgespräch der beiden könnte der in Bochum aufgewachsene Musiker auch bloß mit wenigen Zeilen aus einem seiner Songs kommentieren: "Glitschst wie Glibber durch die Finger / Stellst dich keinem Streit / Hast immer nur meine Meinung / Keine Gegenwehr weit und breit."

jdl/AFP



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