Persönlichkeitsrecht Til Schweiger gewinnt Streit über Facebook-Eintrag

Eine Frau aus dem Saarland verklagte Til Schweiger. Der Grund: ein Schlagabtausch auf Facebook. Nun hat das Landgericht Saarbrücken die Klage abgewiesen.

Til Schweiger (Archiv)
DPA

Til Schweiger (Archiv)


Schauspieler Til Schweiger hat einen Zivilprozess am Landgericht Saarbrücken um einen Streit über einen Facebook-Eintrag gewonnen. Der Vorsitzende Richter Martin Jung wies den Antrag einer 58-Jährigen aus dem Saarland ab, den Post zu löschen. Die Klägerin muss auch die Kosten des Verfahrens tragen. Begründet wurde die Entscheidung des Gerichts mit dem Recht Schweigers auf Meinungsfreiheit, wie ein Gerichtssprecher mitteilte (Az. 4 O 328/17).

Schweiger, 53, hatte Ende September eine private Nachricht der Frau auf seiner Facebook-Seite mitsamt deren Namen und Porträtfoto veröffentlicht. Die Frau sah darin ihr Persönlichkeitsrecht verletzt.

Sie hatte Schweiger in dem Text gefragt, ob er nun Deutschland verlassen werde, wie er es laut Gerüchten vor der Wahl im Fall eines Einzugs der AfD in den Bundestag angekündigt habe. Zudem ging sie ihn an: "Ihr Demokratieverständnis und Ihr Wortschatz widern mich an." Der Schauspieler antwortete ihr darauf "hey schnuffi...! date!? nur wir beide!?" und veröffentlichte das auf seiner Seite.

"Auch erheblich angegangen"

Der Klägerin ging nach Angaben des Gerichtssprechers nicht um "den Inhalt seiner Antwort, um diese Anzüglichkeiten, sondern alleine darum, dass ihre persönliche Nachricht öffentlich gemacht worden ist". Grundsätzlich sei so etwas eine Persönlichkeitsrechtsverletzung, sagte Richter Jung während des Prozesses. Hier sei es aber so, dass die Frau aus Sulzbach Schweiger "auch erheblich angegangen" sei.

Die Klägerin habe sich mit ihrer Äußerung über ein großes soziales Netzwerk an den prominenten Beklagten gewandt, um an einer in der Öffentlichkeit geführten kontroversen Debatte teilzunehmen, befand das Gericht nun. Deshalb habe sich die Frau ebenfalls der öffentlichen Diskussion stellen müssen. Dabei habe Schweiger auch den Namen der Frau veröffentlichen dürfen.

Diese leidet nach eigener Aussage seit dem Post erheblich unter den Kommentaren, auch gesundheitlich. Sie habe sogar eine Morddrohung erhalten, hatte sie gesagt. Die 58-Jährige sei nach der Entscheidung des Gerichts enttäuscht, sagte deren Anwalt Arnold Heim. Nun müsse man prüfen, ob man Berufung dagegen einlege.

wit/dpa



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