Apple-CEO Tim Cook "Ich bin stolz darauf, schwul zu sein"

Mit viel Pathos und Lob für seinen Arbeitgeber hat sich Apple-Chef Tim Cook in einem US-Wirtschaftsmagazin zu seiner Homosexualität bekannt. Mit diesem Schritt hoffe er, andere zu inspirieren.

Apple-CEO Tim Cook: "Ich bin stolz, schwul zu sein"
REUTERS

Apple-CEO Tim Cook: "Ich bin stolz, schwul zu sein"


Cupertino - Ein Geheimnis war es eigentlich nicht mehr. Nicht, seit ein US-Moderator im Juni fallen ließ, Tim Cook gehe sehr offen mit seiner Homosexualität um. Doch nun hat sich der Apple-CEO erstmals öffentlich dazu geäußert.

"Ich bin stolz darauf, schwul zu sein", schrieb der 53-Jährige in einem Beitrag für das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Businessweek". Weiter heißt es dort: "Ich denke, dass Schwulsein eines der größten Geschenke ist, die mir Gott gegeben hat." Er halte eigentlich nichts davon, Privates nach außen zu tragen. Aber wenn es jemandem helfe, zu sich selbst zu finden, weil er hört, dass der CEO von Apple schwul ist - "dann ist mein Verlust an Privatsphäre dies wert".

Viele Kollegen bei Apple wüssten bereits davon, schrieb Cook. Er habe seine Sexualität nie verheimlicht, allerdings habe er sich auch nie öffentlich dazu geäußert. Er sehe sich nicht als Aktivist, aber ihm sei bewusst geworden, wie sehr er von den Opfern anderer profitiert habe.

Sein offizielles Coming-out verpackte Cook in viele blumige Worte. So hätten die Reden Martin Luther Kings ihn angespornt, sich zu äußern. Die Frage, was er für andere tue, stelle er sich oft. So sei er zu der Entscheidung gelangt, an die Öffentlichkeit zu treten - obwohl er sonst lieber über die Produkte seiner Firma rede und "die unglaublichen Dinge", die seine Kunden damit tun könnten.

Engagement bis zum Tod

Dann ging Cook dazu über, seinen Arbeitgeber über alle Maßen zu loben. Er könne sich glücklich schätzen, in einem Unternehmen zu arbeiten, das Kreativität und Innovation schätze und wisse, dass man die Unterschiede zwischen den Menschen annehmen müsse. Apple setze sich seit Langem für Menschenrechte und Gleichheit für alle ein.

Andererseits stehen Zulieferer des iPhone-Herstellers immer wieder in der Kritik, chinesische Arbeiter auszubeuten. Die Arbeitsbedingungen gelten vielerorts als unzumutbar.

Cook schloss seinen Beitrag mit dem Versprechen, sich bis zu seinem Tod für die Gleichheit aller Menschen einsetzen zu wollen. In seinem Büro werde er jeden Tag an die Taten von Martin Luther King und Robert F. Kennedy erinnert. Und unter diesen strengen Augen will er nun nach eigener Aussage seinen "wenn auch kleinen Teil" leisten.

gam/AFP



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