Nur Tage nach Tod von Prinz Philip Die Queen geht wieder arbeiten

Die Trauer über den Tod von Prinz Philip ist groß, Elizabeth II. soll sehr unter dem Verlust ihres Gatten leiden. Kein Grund, die königlichen Pflichten zu vernachlässigen.
Königin Elizabeth II. (2020)

Königin Elizabeth II. (2020)

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Toby Melville / REUTERS

Queen Elizabeth II. hat vier Tage nach dem Ableben ihres Ehemanns Prinz Philip ihren ersten Termin absolviert. Sie stand in Windsor Castle einer Zeremonie zur Verabschiedung eines leitenden Beamten, des sogenannten Lord Chamberlains, in den Ruhestand vor.

Der Lord Chamberlain ist der wichtigste Beamte am königlichen Hof. Er übersieht die Ernennung von Führungskräften und sorgt für die Kommunikationskanäle zwischen Königin und dem Oberhaus House of Lords sowie zwischen Buckingham-Palast und Clarence House, der Residenz von Thronfolger Prinz Charles. Zuletzt hatte William Peel das Amt inne, er ging am 1. April nach 14 Jahren im Amt in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist der Ex-Spion Andrew Parker, Baron von Minsmere, zuvor Chef des Geheimdiensts MI5.

Prinz Philip war am Freitag im Alter von 99 Jahren auf Schloss Windsor gestorben. Die Trauerfeier ist für Samstag 15 Uhr in der St. George’s Chapel in Windsor Castle geplant. Sie soll im engsten Kreis der königlichen Familie stattfinden und live übertragen werden. Wegen der Coronabestimmungen dürfen nur 30 Personen teilnehmen. Sie müssen Abstand halten und Mund-Nasen-Masken tragen.

Britische Medien berichteten, dass als einziger Nichtroyal Philips langjähriger Privatsekretär Archie Miller Bakewell teilnehmen könnte. Weil er während der Pandemie auf Schloss Windsor weilte, käme er als einziger Sitznachbar für die Queen infrage.

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Trauerfeier hinter Mauern

Der Bürgermeister von Windsor hat die Öffentlichkeit angesichts der Pandemie gebeten, nicht zur Trauerfeier von Prinz Philip zu kommen. »Es ist eine sehr schwierige Zeit, und die Menschen haben sehr starke Gefühle«, sagte John Story der britischen Nachrichtenagentur PA. »Aber wir müssen jeden bitten, die eigene Gesundheit und Sicherheit und die von anderen ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen und nicht nach Windsor zu kommen.«

Der Bürgermeister betonte, dass sich alles – selbst die Prozession – innerhalb der Mauern des Schlosses abspielen und es für Besucher nichts zu sehen geben werde. Am Dienstag waren bereits Spezialeinheiten der Polizei in Windsor im Einsatz, die Telefonzellen, Mülleimer und Briefkästen nach verdächtigen Gegenständen absuchten.

Der Duke of Edinburgh und Elizabeth hatten im Jahr 1947 geheiratet. Ihr Sohn Prinz Andrew sagte am Sonntag, seine Mutter zeige sich stoisch, obwohl der Tod ihres Mannes »eine riesige Lücke in ihrem Leben« hinterlassen habe.

Die 94-jährige Queen hat in den vergangenen Jahren die Zahl ihrer offiziellen Verpflichtungen reduziert und mehr Aufgaben an ihren Sohn Prinz Charles, dessen Sohn Prinz William sowie andere Familienmitglieder übertragen. Elizabeth II. nimmt aber weiter symbolträchtige Auftritte wahr, wie etwa die Eröffnung des britischen Parlaments.

Kenner des Könighauses waren davon ausgegangen, dass die Queen als älteste und weltweit am längsten regierende Monarchin ihren Aufgaben auch nach dem Tod Philips weiter nachkommen werde. Am Wochenende hatte der Palast mitgeteilt, dass die Queen und die königliche Familie eine zweiwöchige Trauerzeit einhalten würden. Allerdings würden Mitglieder der Royal Family auch »weiterhin den Umständen entsprechende Verpflichtungen eingehen«.

ala/dpa