Todesfall Anna Nicole Smith Gericht muss mögliche Verschwörung aufklären

Es geht um illegal beschaffte Medikamente und um Verschwörung: Im Prozess um den Tod von Anna Nicole Smith stehen nun deren ehemaliger Freund und zwei Ärzte vor Gericht. Sie sollen den Tod des Playmates mitverschuldet haben, weisen jedoch jegliche Schuld von sich.

REUTERS

Los Angeles - Mehr als drei Jahre nach dem Tod von US-Model Anna Nicole Smith wird der Fall vor Gericht aufgerollt: Nun ist der Prozess gegen ihren früheren Freund und Anwalt, Howard K. Stern, sowie zwei ihrer Ärzte eröffnet worden. Die Angeklagten müssen sich wegen Verschwörung und illegaler Medikamentenbeschaffung verantworten. Smith war im Februar 2007 mit 39 Jahren an einem Medikamenten-Cocktail gestorben - unter anderem aus Methadon, Antibiotika und Anti-Depressiva.

Ihr langjähriger Partner Howard K. Stern sowie der Arzt Sandeep Kapoor und die Psychiaterin Khristine Eroshevich hätten das Ex-Playmate jahrelang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt, sagte die kalifornische Staatsanwältin Renee Rose am Mittwoch in Los Angeles.

Die drei Angeklagten hätten die Arzneimittel für Smith zum Teil unter gefälschten Patientennamen besorgt und damit die Medikamentensucht des Models unterstützt. Sie weisen bisher jegliche Schuld von sich.

"Prominente benutzen ständig Decknamen"

Sterns Anwalt Steven Sadow nahm seinen Mandanten in Schutz: Er habe die Arzneien unter falschem Namen besorgt, um Smith vor der Sensationspresse zu schützen. Stern habe nicht gewusst, dass er damit gegen das Gesetz verstieß. "Prominente in Hollywood benutzen dafür ständig Decknamen", sagte Sadow. Stern habe nur das Beste für seine Freundin gewollt und den Empfehlungen der Ärzte vertraut.

Außerdem sei das Ex-Playmate "nicht abhängig gewesen". Sie habe die Medikamente genommen, um den Tod ihres Sohnes Daniel zu verarbeiten. Der damals 20-Jährige war im September 2006 auf den Bahamas an einer Überdosis Drogen gestorben.

Die Angeklagten hatten bisher auf "nicht schuldig" plädiert. Werden sie verurteilt, drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen.

Bewusstlos aufgefunden

Anna Nicole Smith war 2007 in einem Hotel in Florida bewusstlos aufgefunden worden. Im Krankenhaus konnten die Ärzte nur noch ihren Tod feststellen.

Smith hatte schon zu Lebzeiten für Schlagzeilen gesorgt: 1992 zog sie sich für den "Playboy" aus und wurde ein Jahr später "Playmate des Jahres". In Deutschland wurde sie vor allem durch eine Dessous-Werbekampagne für H&M bekannt.

Mit 26 Jahren heiratete sie den 89-jährigen Ölunternehmer und Milliardär Howard Marshall. Als er 14 Monate später starb, begann ein Rechtsstreit um sein Vermögen. Im März verloren Smiths Angehörige das Verfahren, kündigten jedoch an, erneut in Berufung gehen zu wollen. Sollten Smiths Anwälte gewinnen, würde ihre Tochter Dannielynn das Vermögen erben. Sie kam ein halbes Jahr vor dem Tod ihrer Mutter zu Welt.

hip/AFP/dpa

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