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02. Oktober 2009, 12:36 Uhr

Todesursache

Jackson-Autopsie belastet Leibarzt

Die ersten Autopsieergebnisse könnten Folgen für Michael Jacksons Leibarzt Murray haben: Denn jetzt wurde bekannt, dass der Superstar keineswegs gebrechlich und krank war, als er starb. Für einen Mann seines Alters war er erstaunlich fit - selbst das Herz war stark.

Los Angeles - Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray hatte ausgesagt, er habe dem Sänger kurz vor seinem Tod ein starkes Schlafmittel verabreicht. Dass dies den Tod des Superstars verursacht hat, scheint nun durch die Autopsie bestätigt zu werden. Das Narkosemittel Propofol habe den Tod herbeigeführt, heißt es Medieninformationen zufolge in dem Autopsiebericht, dessen Einzelheiten nach außen drangen.

Bei seinem Tod sei Jackson ein gesunder Mann gewesen. Zwar seien seine Arme mit Einstichen übersät gewesen, das Gesicht mit Narben überzogen gewesen. Aber im Großen und Ganzen sei sein Gesundheitszustand gut gewesen, heißt es in dem Bericht. Jacksons Herz war stark, auch sein Gewicht, 62 Kilogramm bei 1,75 Metern Körpergröße, sei nicht besorgniserregend gewesen. Der King of Pop hatte leichte Lungenschäden und Arthritis. Doch keines dieser Probleme sei lebensbedrohlich gewesen. Nieren und die meisten inneren Organe waren normal entwickelt und ohne Befund.

Der Anwalt des Arztes, Edward Chernoff, wollte sich noch nicht zu den neuen Berichten äußern. Das werde er erst tun, wenn er die Autopsie vollständig vorliegen habe, erklärte er. Murray bleibe bei seiner Aussage: Er habe nichts getan, das zum Tod Jacksons führen musste.

Der Mediziner hatte zu Protokoll gegeben, dass er Jackson in der Nacht vor dessen Tod Propofol gespritzt habe. Murrays Angaben zufolge zeigten die Beruhigungsmittel zunächst keine Wirkung. Wiederholt habe Jackson um Propofol gebeten, hatte der Arzt erklärt. Um 10.40 Uhr morgens habe er dann nachgegeben und ihm das Betäubungsmittel verabreicht. Daraufhin sei der Popstar eingeschlafen.

Murray blieb nach eigener Aussage rund zehn Minuten an der Seite seines Patienten und verließ dann den Raum, um zur Toilette zu gehen. Bei seiner Rückkehr - rund zwei Minuten später - hatte Jackson aufgehört zu atmen.

Gegen Murray wird im Todesfall Jackson seit Wochen ermittelt, eine Anklage wurde bislang jedoch nicht erhoben.

jul/AP

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