Tötungsdelikt Polizei wertet Jacksons Tod als Kriminalfall

Wurde der "King of Pop" umgebracht? Die Polizei geht davon aus, dass Michael Jackson Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Im Fokus der Ermittlungen steht sein Leibarzt Conrad Murray - aber auch der Hautarzt des verstorbenen Sängers rückt ins Visier der Ermittler.


Los Angeles - Drei Wochen nach dem Tod von Popstar Michael Jackson geht die Polizei von Los Angeles von einem Tötungsdelikt aus. Nach den bisherigen Ermittlungen soll das sonst nur bei Operationen eingesetzte Anästhetikum Propofol zum Tod des "King of Pop" geführt haben, berichtete die Promi-Website TMZ und berief sich auf mehrere Quellen bei den Justizbehörden von Los Angeles.

Es gebe "viele starke Indizien" dafür, dass Jacksons Hausarzt Conrad Murray dem Sänger den unter dem Namen Diprivan bekannten Narkose-Wirkstoff gegeben habe.

Als Beweise dienen demnach Gegenstände, die in Jacksons Mietvilla in Los Angeles gefunden wurden, darunter Ampullen des Medikaments Propofol, ein Sauerstoffbehälter und ein Infusionshalter. TMZ zufolge führte die Polizei von Los Angeles im Fall Jackson bereits mehrere informelle Gespräche mit der Staatsanwaltschaft.

Offene Fragen - und ein "Militärkommando"

Der Mediziner, der zum Zeitpunkt des Todes Jacksons bei dem Sänger war und erfolglos Wiederbelebungsversuche unternommen hatte, steht schon länger im Fokus der Ermittlungen. Jacksons Familie hatte nach dem Tod des 50-Jährigen bemängelt, es gebe noch "offene Fragen" zu Murrays Rolle in den letzten Stunden des "King of Pop". Die Anwälte des Arztes hielten dagegen, ihr Mandant sei von allen Vorwürfen entlastet worden.

Zum Tod von Michael Jackson
Sony BMG/Reuters

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Jacksons Hautarzt Arnold Klein wollte der Polizei unterdessen zusätzliche medizinische Aufzeichnungen aushändigen, wie dessen Anwalt mitteilte. Die Ermittler hatten dem Arzt zuvor eine entsprechende gerichtliche Anordnung zugestellt. Klein hatte vergangene Woche erklärt, er habe Jackson kein Diprivan zukommen lassen. Dem Sender CNN hatte der Mediziner gesagt, er habe allerdings gewusst, dass Jackson das Arzneimittel in der Vergangenheit verwendet habe.

Jacksons Geschwister hatten ihren Bruder vor seinem Tod offenbar wegen seines Medikamentkonsums zur Rede gestellt. Tito Jackson sagte dem "Daily Mirror", seine Geschwister und er seien von Berichten über die Sucht ihres Bruders nach verschreibungspflichtigen Medikamenten beunruhigt gewesen. Deshalb sei er einst mit seinen Schwestern Janet, Rebbie und LaToya sowie den Brüdern Jackie und Randie überfallsartig - "wie ein Militärkommando" - auf Jacksons Neverland-Ranch aufgetaucht.

Will Rowe die Kinder?

Michael habe ihnen versichert, dass die Berichte unwahr seien, sagte Tito Jackson der Zeitung: "Er sagte uns, wir hätten überreagiert." Demnach versicherte auch ein Arzt des Popstars den Geschwistern, Jackson sei nicht medikamentensüchtig. Der Bericht nennt keinen Zeitpunkt der Unterredung. Weitere Gesprächsversuche hätten die Wachleute des Sängers verhindert, so Tito Jackson.

Im Sorgerechtsstreit um die drei Kinder, Prince Michael, Paris und Prince Michael II. hat unterdessen der Anwalt von Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe einem Bericht widersprochen, wonach seine Mandantin sich mit Jacksons Mutter Katherine geeinigt habe. Die "New York Post" hatte unter Berufung auf einen angeblichen Freund der Familie berichtet, die 79-jährige Katherine Jackson habe Rowe rund vier Millionen US-Dollar gezahlt, damit diese auf ihre elterlichen Rechte verzichtet.

Ihr Anwalt Eric George betonte in einem offenen Brief an die Zeitung, es gebe keine Vereinbarung zwischen den Jacksons und der 50-jährigen Rowe. Die Mutter des zwölfjährigen Prince Michael und der elfjährigen Paris habe ihre elterlichen Rechte nicht aufgeben und werde auch keine finanziellen Absprachen akzeptieren, die über die Zahlungen hinausgingen, die sie vor Jahren mit ihrem Ex-Mann Jackson vereinbart habe.

In anderen Presseberichten hieß es, Katherine Jackson und Rowe stünden kurz vor einer Einigung. Demnach soll die Großmutter die drei Kinder großziehen und Rowe könne die beiden regelmäßig sehen. Eine gerichtliche Anhörung zur Entscheidung über das dauerhafte Sorgerecht für die Kinder war auf Wunsch der beiden Frauen vom 13. auf den 20. Juli verlegt worden. Seit Jacksons Tod am 25. Juni sind die drei Kinder in der Obhut ihrer Großmutter.

siu/dpa



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freewheeling 08.07.2009
1. bad, bad news again ...
Ich habe soeben eine streng vertrauliche Mail erhalten die besagt, dass unser MJ nun zu den "Nicht-Toten" gehoert, auch genannt "Zombies". Was das bedeutet muss allen klar sein! Mein Gott, das Video von Heino als Zombie kommt mir in den Sinn, wenn das noch einer kennt, als ploetzlich dutzende Heino-Zombies mit Klampfe im Gleichschritt ueber den Friedhof marschierten. Was kann man bloss tun um das Unheil fuer die Menschheit abzuwenden??? Ich liebe euch alle!!!!
TommIT, 08.07.2009
2.
Zitat von sysopDer "King Of Pop" ist tot - Millionen trauern um ihn. Was wird von Michael Jackson in Erinnerung bleiben?
Der King of Pop ist tot - und in 100 Jahren noch nicht einmal das Es lebe die Lizensrechte, die Erbschaft und die vom Saulus zum Paulus genesene Mama. Die VIEEELLEN Freunde die wie Kakerlaken aus der Ritze kommen. Das erinnert mich irgendweie an die Vögel mit längerem Hals und Platte. Es ist rührend dass man mehr Freunde hat wenn man tot ist, als man lebend hatte.
SwissMatthias72 08.07.2009
3. Mythos
Von Michael Jackson wird ein Mythos übrig bleiben. Die Erinnerung an einen Menschen, der nie eine Kindheit hatte, der zu schnell ins Showbusiness gestossen wurde; der eigentlich ein einsamer Mensch war, der nur geliebt werden wollte. Er wird den gleichen Platz einnehmen wie Elvis Presley; man wird noch in den nächsten Generationen noch von ihm reden. Und vor allem wird seine Musik die Generationen überdauern.
wowiku, 08.07.2009
4.
Zitat von sysopDer "King Of Pop" ist tot - Millionen trauern um ihn. Was wird von Michael Jackson in Erinnerung bleiben?
Hoffentlich nichts. Gibt es nicht wichtigere Themen als diesen Mann ?
ReinerG, 08.07.2009
5.
Außer dem Trara um seinen Tod wohl nichts.
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