Torontos Bürgermeister Mehr Muckis als Hulk Hogan

Wrestling-Legende Hulk Hogan hat im Armdrücken gegen Torontos Bürgermeister Rob Ford verloren. Hogan kann sich damit trösten, beim Trashtalk besser gewesen zu sein - und Ford geholfen zu haben. Denn der Politiker konnte einen Erfolg gut gebrauchen.

REUTERS

Toronto - Falls er seinen Posten verliert, kann Torontos Bürgermeister Rob Ford problemlos seine nächste Karriere als professioneller Armdrücker beginnen. Der Politiker hat in dieser sehr speziellen Disziplin einen beachtlichen Sieg errungen: Er rang Wrestling-Legende Hulk Hogan nieder. Oder sollte man besser sagen: Hulk Hogan hat sich niederringen lassen?

Das Duell war Teil des Auftaktprogramms der Fan Expo, einer Veranstaltung für Fans von Science-Fiction, Comics, Spielen und Sport. Die Stimmung war humorig. Ford äußerte sich vor dem Kräftemessen pessimistisch. Er habe länger kein Krafttraining gemacht.

Und tatsächlich sah es so aus, als sollte Hogan die Oberhand behalten. "Ich werde nicht nur deinen Arm ausreißen, ich werde auch deinen Job übernehmen", sagte der Ex-Wrestler, aus seinen aktiven Tagen bestens mit Trashtalk vertraut. Ford schien unbeeindruckt - und setzte sich nach rund 30 Sekunden durch. "Mir gehört diese Stadt, Mann!", rief er nach seinem Triumph. Dann reckte er zu "Eye of the Tiger" seine Hände in die Höhe.

Ford, 44, habe nur gewonnen, weil er jünger sei, sagte der 60-Jährige Hogan. Dem Bürgermeister gab er den Spitznamen "Fantastic Ford". Der Politiker wiederum sagte, Hogan sei von Kindheitstagen sein Held gewesen. Dass der Wrestler angedroht habe, den Bürgermeister-Posten an sich zu reißen, habe ihn nicht gestört, so Ford. "Das ist in Ordnung, das tun schließlich alle."

Für Ford kommt der Auftritt mit Hogan gerade recht. In den vergangenen Wochen machte der Politiker eher mit Peinlichkeiten als mit Erfolgen Schlagzeilen. Vor wenigen Tagen berichtete der kanadische TV-Sender CBC, Ford sei bei einem Festival nachts betrunken unterwegs gewesen.

Noch schwerere Vorwürfe erhob die US-Website "Gawker": Sie behauptete, es existiere ein Video, das Ford beim Crack-Rauchen zeige. Angeblich standen die Aufnahmen für 200.000 Dollar zum Verkauf. Öffentlich wurde das Video allerdings nicht. Ford bestreitet, jemals Kokain konsumiert zu haben.

Hogan hatte offensichtlich keine Lust, sich mit den Vorwürfen gegen Ford zu beschäftigen. Auf die Frage, ob er denke, dass das Video authentisch sei, antwortete Hogan: "Ich habe Hunger."

ulz/AP

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