London - Eines vorweg: hat es sich nicht leicht gemacht. Für seine grüne Küchenrevolution in den USA hat er sich gleich zu Anfang einen besonders harten Brocken ausgesucht: Der britische Koch reiste für seine TV-Show "Jamie Oliver's Food Revolution" nach Huntington in West-Virginia.
Huntington gilt laut der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) als Amerikas Fast-Food-Metropole, als die Stadt mit der ungesündesten Ernährung. Die Kinder bekommen in der Schule schon zum Frühstück Pizza serviert, mittags gibt es verkohlte Chicken-Nuggets, in den Küchen der Familien stapeln sich Imbissschachteln. "Es ist dieses Essen, das Amerika umbringt", sagt Oliver.
Doch die Bereitschaft, etwas zu ändern, ist gering. "Wir wollen nicht herumsitzen und Salat essen", sagte Radiomoderator Rod Willis, als er Oliver zu dessen Projekt befragte. "Wer hat dich zum König ernannt?", so Willis weiter.
Auch in der Küche einer Grundschule stieß der smarte Küchen-Beau auf Ablehnung - und zwar so massiv, dass er sein Sunny-Boy-Lachen verlor und in Tränen ausbrach. "Sie verstehen mich nicht, weil sie nicht wissen, warum ich hier bin", sagte er schluchzend.
Die Ablehnung schlug sich auch in der Quote nieder: Die Auftaktsendung sahen lediglich 6,1 Millionen Menschen.
In Europa ist Jamie Oliver ein Star. Wegen der Verwendung "nackter Lebensmittel", also Lebensmittel in voller Vielfalt und Geschmack, wird er "The Naked Chef" genannt. Für sein Engagement wurde er 2003 zum Member of the Order of the British Empire ernannt.
2004 startete er die Aktion "Jamie's School Dinners", die von Channel 4 fernsehtauglich aufbereitet wurde. Oliver kochte zusammen mit Küchenpersonal und Schülern und versuchte zu belegen, dass es auch mit knappen Schuletats möglich ist, gesundes und dabei leckeres Essen auf den Tisch zu bringen.
In den USA ist Übergewicht seit Jahren ein großes Problem. Einer aktuellen Studie des Gesundheitsunternehmens Kaiser Permanente zufolge sind 37 Prozent aller Kinder und Jugendlichen übergewichtig, 19 Prozent sogar fettleibig. Die Untersuchung orientierte sich an den Kategorien der CDC, die ab einem Body Mass Index (Körpergewicht dividiert durch Körpergröße zum Quadrat) von 25 von Übergewicht ausgeht.
Die Situation scheint so alarmierend, dass die CDC vergangenes Jahr sogar eine neue Kategorie geschaffen hat: Ab einem Body Mass Index von 35 gilt bei Kindern nun der Terminus: extreme Fettleibigkeit. Laut der Studie sind davon etwa sieben Prozent der Jungen und fünf Prozent der Mädchen betroffen.
SPIEGEL+-Zugang wird gerade auf einem anderen Gerät genutzt
SPIEGEL+ kann nur auf einem Gerät zur selben Zeit genutzt werden.
Klicken Sie auf den Button, spielen wir den Hinweis auf dem anderen Gerät aus und Sie können SPIEGEL+ weiter nutzen.
Jamie Oliver in seinem Element: Mit seinen Fernsehsendungen holt "The Naked Chef", wie er für die Verwendung von Lebensmitteln in voller Vielfalt und Geschmack, also "nackten Nahrungsmitteln" heißt, Millionen Menschen vor die Bildschirme.
2004 startete der Brite die Aktion "Jamie's School Dinners": Er kochte zusammen mit Küchenpersonal und Schülern und versuchte zu belegen, dass es auch mit knappen Schuletats möglich ist, gesundes und dabei leckeres Essen auf den Tisch zu bringen. Für sein Engagement wurde er schon im Oktober 2003 in den Adelsstand erhoben und zum Member of the British Empire ernannt.
Nun will er die USA erobern: Für seine TV-Show "Jamie Oliver's Food Revolution", die von ABC gezeigt wird, reist Oliver in die amerikanische Provinz und wirbt für gutes Essen.
Zum Auftakt besuchte der britsche TV-Koch Huntington in West-Virginia. Huntington gilt als Amerikas Fast-Food-Metropole, als Stadt mit der ungesündesten Ernährung. Die Kinder bekommen in der Schule schon zum Frühstück Pizza serviert, in den Küchen der Familien stapeln sich Imbissschachteln. "Es ist dieses Essen, das Amerika umbringt", so Oliver.
In einer Grundschule stieß der smarte Küchen-Beau auf Ablehnung - und zwar so massiv, dass er sein Sunny-Boy-Lachen verlor und in Tränen ausbrach: "Sie verstehen mich nicht, weil sie nicht wissen, warum ich hier bin."
In der "Late Show" von David Letterman zauberte Oliver im Mai 2006 eine Kleinigkeit für den Moderator.
Auch seine Bücher sind Verkaufsschlager: 2009 siginierte Oliver in London "Jamie's America".
Er hat es sogar bis in die Downing Street geschafft: Im März 2005 reichte der TV-Koch bei dem damaligen britischen Premierminister Toni Blair eine Petition zu gesundem Essen in Schulen ein.
Auch in Deutschland ist Oliver ein Star: Zusammen mit Sarah Wiener, Horst Lichter, Alfons Schuhbeck und Mario Kotaska stand er 2007 für die ZDF-Sendung "Kochen bei Kerner" vor der Kamera.
Privates Glück: Oliver ist seit 2000 mit seiner Frau Jools verheiratet. Das Paar, hier bei der Kinopremiere von "Kick Ass" am 22. März in London, hat drei Töchter.
Melden Sie sich an und diskutieren Sie mit
Anmelden