Trauer in den USA "Ich weiß nicht warum, aber es berührt mich"

Die Nachricht traf viele Amerikaner wie ein Schock. Anna Nicole Smith, das Busenwunder, die umstrittene Millionenerbin, die Sängerin, Schauspielerin, die Blondine vom Dienst, starb überraschend in Miami. Die Blogs quellen über von Beileidsbekundungen.


Nassau/New York - Auf der Webseite der "New York Times" quollen binnen Minuten die Einträge im Leserblog über: "Die arme gequälte Frau hat nun Frieden", schrieb Valearle. "Sie war grässlich, anscheinend selbstzerstörerisch und ungebildet, aber dennoch ist es traurig auf eine merkwürdige Art", schreibt Angela, "ich weiß nicht, warum es mich berührt, aber es ist nun mal so."

Andere ziehen Vergleiche zu Lady Dis Tod: "Irgendeiner sollte Sir Elton John informieren, dass er seine alte Röhre anwärmen soll", schlägt A3K vor, der sich offenkundig an den Song "England Rose" erinnert. "Traurig, traurig, traurig", fällt Freddie zu der Todesnachricht ein.

Mike und Chris sehen das sehr viel nüchterner: "Wen kümmert's?", fragen sie, und Pepe barmt: "Bitte Amerika, um Himmels Willen, wir sollten uns nicht ihretwegen quälen. Sie war das strahlende Beispiel für eine dumme Person mit gerissenen Motiven, ausgebeutet von grässlichen und glatten Medientypen."

Mike Duggan wundert sich: "Genauso wie Marylin Monroe. Ich frage mich, ob die Kennedys damit zu tun haben, oder vielleicht sogar der Präsident..." Andere Ursachen sieht Christine Chacon-Brandlin: "Geld ist die Wurzel allen Übels. Was haben ihr all die Milliarden gebracht, nur Kummer und Leid."

In Nassau der Hauptstadt der Bahamas, wo Smith lebte, sind viele Menschen bestürzt. "Das ist so traurig, erst der Sohn, dann die Mutter nur ein paar Monate später", sagt der Geschäftsmann Walter Rolle, 42, der auf den mysteriösen Tod des 20-jährigen Sohns von Smith anspielt. Antoinette Butler, 32, verfolgte die Nachrichten über den Tod online. "Was wird jetzt bloß aus ihrem Baby?", fragt sie sich, Smith hatte im September vergangenen Jahres eine kleine Tochter auf den Bahamas zur Welt gebracht. Drei Tage später starb Daniel in ihrem Krankenhauszimmer, wo er seine Mutter nach der Geburt ihrer Tochter besucht hatte.

Einer ihrer Anwälte auf der Insel erklärte: "Sie war natürlich und bodenständig, alles in allem eine Freude, sie als Klientin zu haben." Der Tourismusminister lobte ihren Werbeeffekt für die Insel. "Wir haben sogar aus Asien Reaktionen bekommen, als sie hierher zog, und sie waren positiv. Scheint so, dass viele Leute ihretwegen viele über die Bahamas erfahren wollten."

Im "New York Times"-Blog ist ihr eigenes Erbe umstritten: "Ihre Persönlichkeit wird vermisst werden, sie wird vermisst werden", postet Anna Kendziora. John Marlow glaubt das auch, fragt sich aber: "Wird man sich an sie erinnern? Natürlich! Aber weshalb eigentlich?

rüd/AP



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