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Trauerzug nach Boston: Abschied von Edward Kennedy

Foto: STAN HONDA/ AFP

Trauer in den USA Tausende nehmen Abschied von Ted Kennedy

Amerika nimmt Abschied von einer Legende: In den USA haben die Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen US-Senator Edward Kennedy begonnen. Der Sarg wurde in der John-F.-Kennedy-Präsidentenbibliothek in Boston aufgebahrt.

Washington - Zehntausende Menschen säumten die Straßen entlang der Strecke, die der Trauerzug am Donnerstag mit dem Leichnam vom Familiensitz der Kennedys in Hyannis Port nach Boston nahm. Auf den rund 120 Kilometern passierte die Autokolonne mit dem Leichenwagen etliche Stationen, die im Leben Edward Kennedys eine wichtige Rolle gespielt hatten.

Tausende Trauernde haben sich in Boston versammelt, um dem verstorbenen US-Senator Edward Kennedy die letzte Ehre zu erweisen. Vor der John F. Kennedy Presidential Library, in der der Sarg aufgebahrt ist, bildete sich eine lange Schlange. Am Abend wurden die ersten Gruppen von jeweils 35 bis 40 Personen eingelassen, um an dem mit einer US-Flagge geschmückten Sarg vorbeizuziehen. Zeitweise mussten die Menschen mehr als drei Stunden warten, um einen Blick auf den Sarg werfen zu können, berichtete die "New York Times".

Der Senator, der den Bundesstaat Massachusetts 47 Jahre in Washington vertreten hatte, war am Dienstagabend mit 77 Jahren an einem Hirntumor gestorben.

Bereits am Freitagabend (Ortszeit) ist laut US-Medien eine Trauerfeier im engen Kreis geplant. Dabei soll der Senator und frühere republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain sprechen.

Präsident Barack Obama wird bei den Trauerfeierlichkeiten am Samstag in Boston reden. Der Gottesdienst findet den Angaben zufolge in der Basilika "Our Lady of Perpetual Help" statt. Erwartet werden dazu auch die Ex-Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton, George Bush und sein Sohn George W. Bush.

Beisetzung am Samstag auf dem Nationalfriedhof Arlington

Am Samstagnachmittag (Ortszeit) soll Edward Kennedy auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt werden. Hier wurden auch seine ermordeten Brüder beerdigt, der frühere Präsident John F. und der ehemalige Justizminister Robert F. Kennedy.

Der Tod des Senators hatte weltweit Trauer und Bestürzung ausgelöst. Angehörige und Weggefährten, aber auch politische Gegner zollten "Ted" Kennedy Anerkennung für sein Engagement und für seine Lebensleistung.

"Ein wichtiges Kapitel unserer Geschichte ist nun beendet", betonte Obama, für den Kennedy im Senat ein bedeutender Mentor war. "Unser Land hat einen großen Mann verloren, der den Stab von seinen gefallenen Brüdern übernahm und der größte Senator der Vereinigten Staaten in unserer Zeit wurde." Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb: "Deutschland und Europa verlieren mit Senator Kennedy einen guten und geschätzten Freund."

Kennedys Tod hat auch politische Auswirkungen. Obamas Bestreben, im Senat eine Mehrheit für seine Gesundheitsreform zu finden, ist nun noch mehr gefährdet. Ohne Kennedy fehlt den Demokraten rein rechnerisch die 60-köpfige Mehrheit, die nötig ist, eine Abstimmung über die Reformgesetze zu erzwingen.

siu/dpa/AP
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