Trauer um Petra Schürmann "Sie hatte es nicht nötig, ein Star zu sein"

Freunde, Weggefährten und Kollegen zollen der verstorbenen Petra Schürmann Respekt. Die Moderatorin wird als herausragende Sympathieträgerin gewürdigt - sie sei nun "mit ihrer geliebten Tochter wieder vereint".


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Petra Schürmann: Tod eines TV-Stars

München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Schürmann in einer Mitteilung als "herausragende Sympathieträgerin". "Über viele Jahre war sie die markante Stimme und das attraktive Gesicht des Bayerischen Fernsehens sowie eine in ganz Deutschland geschätzte kulturelle Botschafterin unseres Landes", sagte Seehofer.

Für den Bayerischen Rundfunk hatte Schürmann viele Jahre vor der Kamera gestanden. Der Unterhaltungschef des Senders, Thomas Jansing, sagte, Schürmanns "hohe Bildung und Intelligenz" hätten sie für die unterschiedlichsten Fernsehformate, vom Talk bis zur großen Show, als Moderatorin prädestiniert. "Ihr Auftreten war frei von Allüren und dem Nimbus, ein Star zu sein. Das hatte sie nicht nötig. Sie war's."

BR-Intendant Thomas Gruber fügte hinzu: "Petra Schürmann war auf den Bildschirmen, aber auch im ganz normalen Leben ein strahlender Stern, über Jahrzehnte hinweg das schönste Gesicht des Bayerischen Fernsehens."

Der Verlust ihrer geliebten Tochter Alexandra im Juni 2001 hatte Petra Schürmann tief getroffen, ein Geisterfahrer hatte die damals 34-jährige Fernsehjournalistin kurz vor ihrer Hochzeit in den Tod gerissen.

In den folgenden Jahren litt Schürmann unter anderem an Depressionen und einer Sprechblockade. Im August 2008 starb ihr 83 Jahre alter Ehemann Gerhard Freund, mit dem sie 35 Jahre lang verheiratet war, an Krebs. Zuletzt lebte Schürmann weitgehend zurückgezogen und pflegebedürftig in ihrem Haus am Starnberger See und ging nach Angaben aus ihrem Umfeld kaum mehr aus dem Haus.

Schürmanns engste Freundin, Prinzessin Ursula von Bayern, sei in der Todesnacht an ihrer Seite gewesen, berichtete die "Abendzeitung" unter Berufung auf Schürmanns Umfeld.

Den Unfalltod ihres Kindes Alexandra verarbeitete Schürmann in dem Buch "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr". "Sie war mehr als eine Tochter für mich", sagte Schürmann in einem Interview nach Alexandras Tod. "Sie war eine Freundin", beschrieb sie das Mutter-Tochter-Verhältnis. "Es war zu schön, um wahr zu sein."

"Letztlich hatte ihr Leben für sie seit dem tragischen Unfalltod ihrer Tochter keinen Sinn mehr", sagte Moderatorin Uschi von Dämmrich-Luttitz der "Abendzeitung". Die Autorin Maja Schulze-Lackner sagte dem Blatt, sie seit 40 Jahren mit Schürmann befreundet gewesen. Zuletzt sei mit ihr "kaum mehr eine Kommunikation möglich" gewesen. "So traurig es ist - es ist eine Erlösung für Petra."

Ein Freund Schürmanns sagte: "Sie ist nun mit ihrer geliebten Tochter wieder vereint."

sae/dpa

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