Trennung von Skandal-Politiker "Ich habe es satt"

Schluss mit der Duldsamkeit: Elizabeth Edwards, Ehefrau des US-Spitzenpolitikers John Edwards, hat sich von ihrem Mann getrennt. Der hatte kürzlich nach jahrlangem Leugnen zugegeben, der Vater einer Tochter aus einer außerehelichen Affäre zu sein.

Elizabeth und John Edwards: Enthüllungen, Beichten, Krankheit und Lügen
AFP

Elizabeth und John Edwards: Enthüllungen, Beichten, Krankheit und Lügen


Washington - Über Jahre bot ihre Ehe Stoff für die Klatschspalten, jetzt hat sich Elizabeth Edwards von ihrem Mann John Edwards getrennt. Obwohl die Familie in der Vergangenheit nicht unbedingt durch Diskretion aufgefallen ist, wenn es um ihr Privatleben ging, trug diesmal keiner der Eheleute selbst die Nachrichten an die Öffentlichkeit.

"Sie sagte, 'Ich habe es satt. Ich kann das nicht mehr. Ich will mein Leben zurück haben'", teilte Elizabeth Edwards' Schwester Nancy Anania der Zeitschrift "People" mit.

"Elizabeth will dieses schwierige Kapitel hinter sich lassen", sagte eine Freundin der 60-Jährigen und spielte damit auf die schwierige Vergangenheit der Eheleute an. 2008 hatte der Politiker seiner Frau gebeichtet, eine Affäre mit der Reporterin Rielle Hunter gehabt zu haben. Das Verhältnis beendete praktisch die politische Karriere des 56-Jährigen.

Erst vergangene Woche bekannte sich Edwards nach jahrelangem Leugnen zur Vaterschaft eines Kindes aus seiner außerehelichen Affäre. In einer schriftlichen Erklärung gab der Demokrat zu, während des letzten Präsidentschaftswahlkampfs eine Tochter mit einer Reporterin gezeugt zu haben. "Es war falsch zu leugnen, dass sie meine Tochter ist, und ich hoffe, dass sie mir eines Tages verzeihen wird", schrieb Edwards. "Ich bereue es zutiefst, auch wenn ich weiß, dass diese Worte nicht ausreichend sind für die, die ich enttäuscht und verletzt habe."

Jahrelang hatte sich die an Krebs erkrankte Elizabeth Edwards immer wieder zu ihrem Mann bekannt. Das Paar soll allerdings mittlerweile getrennt voneinander leben.

Im Februar wird Andrew Young, ein langjähriger Mitarbeiter Edwards', ein als Insider-Geschichte angekündigtes Buch veröffentlichen, in dem er den Skandal im Detail nacherzählt. Young hatte ursprünglich behauptet, der Vater von Hunters Kind zu sein. Inzwischen wurde bekannt, dass Edwards ihn nicht nur um diese Täuschung gebeten hatte, sondern auch darum, einen Arzt zu finden, der einen Vaterschaftstest fälschen würde.

Young behauptet weiter, das Ehepaar habe geplant, die Krebsdiagnose der Ehefrau als politisches Ass zu nutzen - eine Anschuldigung nebst anderen, die die Edwards zurückweisen. Sie haben jedoch bereits angekündigt, darüber keinen rechtlichen Streit vom Zaun brechen zu wollen. Elizabeth Edwards hat Krebs im Endstadium - ein Schicksal, das sie bereits in zwei Büchern thematisierte.

can/AP/AFP



insgesamt 9 Beiträge
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soma 28.01.2010
1. ...
Wird hier fuer jeden Klatsch ein Thread geoeffnet?
Rainer Helmbrecht 28.01.2010
2. Titel verweigert!
Getrennt von Tisch und Bett. Mit anderen Worten, essen kann er auch nicht;o). MfG. Rainer
herbert 28.01.2010
3. Edwards ist unerträglich !
die Amerikaner haben ja ein extrem mittelalterliches Denken ! Da ist ein nichteheliches Kind und das noch aus einer sogenannten intakten Ehe heraus eine Todsünde ! Glaubt denn der Edwards im ernst, man kann das vertuschen und somit weiter politisch mitmischen? Man stelle sich vor, der wäre Präsident geworden und sein privater Müll käme jetzt auf den Tisch ! Mir tut die Ehefrau leid, dass sie mit solch einer unehrlichen Figur verheiratet ist. Wir haben ja einen bayerischen Ministerpräsidenten, der in Berlin ein nichteheliches Kind zeugte. Sein Plus, er hat es zugegeben und klar Stellung bezogen. Wobei mich wundert, dass die mittelalterliche CSU noch nicht entsorgt hat.
WolfHai 28.01.2010
4. Scheidung auf Amerikanisch
Eine wunderbare amerikanische Scheidung: die schmutzige Wäsche wird in der Öffentlichkeit gewaschen. Komplett mit betrogener und völlig zurecht empörter Ehefrau, die ein Buch über ihre Ehe und ihre schmerzhaften Gefühle veröffentlicht und darüber im Fernsehen gefühlvoll interviewt wird, fremdgehendem, aber jetzt reuigem Ehemann, der sich in der Öffentlichkeit entschuldigt, Kommentaren von Dritten... Das ist das echte Leben und ein echter Quotenbringer! (Mein Buch dazu, mit neuen detaillierten Enthüllungen, demnächst bei dem Buchhändler Ihres Vertrauens.)
rivi 28.01.2010
5. Doch wohl eher neuzeitliches Denken
Zitat von herbertdie Amerikaner haben ja ein extrem mittelalterliches Denken ! Da ist ein nichteheliches Kind und das noch aus einer sogenannten intakten Ehe heraus eine Todsünde ! Glaubt denn der Edwards im ernst, man kann das vertuschen und somit weiter politisch mitmischen? Man stelle sich vor, der wäre Präsident geworden und sein privater Müll käme jetzt auf den Tisch ! Mir tut die Ehefrau leid, dass sie mit solch einer unehrlichen Figur verheiratet ist. Wir haben ja einen bayerischen Ministerpräsidenten, der in Berlin ein nichteheliches Kind zeugte. Sein Plus, er hat es zugegeben und klar Stellung bezogen. Wobei mich wundert, dass die mittelalterliche CSU noch nicht entsorgt hat.
Sorry, aber das ist neuzeitliches, protestantisch/reformatorisches Denken. Das Mittelalter hatte die Geliebte mehr oder weniger gut versorgt aus der Schusslinie gebracht (Kloster, Heirat an Klienten) und gut war. Erst in calvinistischen und aehnlichen Diktaturen wurde Blut verlangt. Deswegen haben die katholischen Bayern auch viel weniger ein Problem damit.
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