TV-Eklat Moderatorin zerreißt Meldung über Paris Hilton

Seit Wochen berichten Medien in aller Welt über jeden Schritt von Paris Hilton. Einer US-Fernsehjournalistin reichte es jetzt: Sie zerriss vor laufender Kamera eine Meldung über die Hotel-Erbin mit Gefängnis-Erfahrung, eine zweite Nachricht steckte sie in den Reißwolf.


Washington - Die Fernsehjournalistin Mika Brzezinski sollte den Nachrichtenblock in der Morningshow des TV-Senders MSNBC mit einer Meldung über Paris Hilton beginnen. Sie weigerte sich, der Moderator der Sendung, der ehemalige republikanische Abgeordnete Joe Scarborough, lästerte. Als ihr der Redakteur die Meldung zum wiederholten Mal als Aufmacher vorlegte, zerriss sie den Zettel, nahm das Feuerzeug eines Kollegen an sich und drohte damit, die Fetzen anzuzünden. Eine weitere Meldung über den Ex-Häftling übergab sie dem Reißwolf.

Protest im Frühstücksfernsehen: Mika Brzezinski hat genug von Paris Hilton

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Sie wolle über die Geschichte nicht berichteten, sagte Brzezinski zu ihren Kollegen und den Zuschauern, vor allem nicht als Top-Story einer Nachrichtensendung. Die Meldung mit der sie schließlich nach Wortgefechten mit ihren Kollegen die Nachrichten begann, handelte von Kritik eines republikanischen Senators an der Irak-Politik von US-Präsident Bush.

Mika Brzezinskis Live-Protest gegen die mediale Dauerpräsenz von Paris Hilton ist auf YouTube zu finden, die Zahl der Abrufe nähert sich der Millionengrenze. Die Mehrheit der 2500 Kommentare ist positiv. Ein Blogger schrieb: "Ich habe eine neue Heldin und ihr Name ist Mika Brzezinski."

Die Online-Ausgabe der britischen Zeitung "The Guardian" weist darauf hin, das Hilton und Brezinski Gemeinsamkeiten haben: Zum Beispiel sind beide Töchter von berühmten Vätern. Der Vater der Journalistin ist der frühere nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski. Seine Tochter sei den amerikanischen Fernsehzuschauern weitgehend unbekannt, obwohl sie eine erfahrene Journalistin sei. Sie arbeite seit Jahren für verschiedene Nachrichtensendungen, unter anderem habe sie am 11. September 2001 live für CBS aus New York berichtet, als die Türme des World Trade Centers einstürzten. Die Einschaltquoten der MSNBC-Morning-Show lägen weit hinter denen der Konkurrenz zurück.

Der "Guardian" äußert Zweifel daran, ob die Protest-Einlage gegen Paris Hilton echt war. Es könne sich auch um eine Inszenierung gehandelt haben. Die Reaktionen der Kollegen auf die Versuche Brzezinski, ihr Manuskript in Brand zu setzen, hätten aber nicht wie Schauspielerei gewirkt.

sac/afp



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