Udo Lindenberg "Drogen und Sauferei bringen nichts"

Immer wieder geriet Udo Lindenberg mit Alkoholexzessen in die Schlagzeilen. Es dauerte Jahre, bis dem Musiker klar wurde: "Das große Ding geht nur ohne Suff im Kopp."

DPA

Udo Lindenberg feiert an diesem Freitag seinen 73. Geburtstag. Möglicherweise gönnt er sich deshalb ein Glas Eierlikör. Seine Einstellung zum Thema Alkohol hat sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch deutlich geändert: "Ich habe die Erfahrung, dass Drogen und Sauferei nichts bringen, das entscheidende Ding muss von einem selber kommen", sagte der Künstler dem "Hamburger Abendblatt".

Andere Menschen könnten einem allerdings kaum helfen, aus der Sucht zu kommen, so der Rockmusiker. "Man muss mit sich selber einen Deal machen. Ich habe den Deal gemacht: Wenn ich die Sauferei aufgebe, kann ich wieder durchstarten."

Lindenberg, der seit den Siebzigern im Musikgeschäft ist, geriet zeitweise vor allem mit Alkoholexzessen in die Schlagzeilen. 2008 gelang ihm ein musikalisches Comeback. "Das große Ding geht nur ohne Suff im Kopp", heißt es in seiner Biografie "Udo", die im vergangenen Herbst erschien.

Fotostrecke

7  Bilder
Udo Lindenberg: "Man muss mit sich selber einen Deal machen"

Sie enthüllte, wie schlecht es in den Neunzigerjahren um Lindenberg stand: Die Alben verkauften sich mäßig, er steckte in der Midlife-Crisis und litt an Alkoholsucht. In dem Buch, das der langjährige SPIEGEL-Autor Thomas Hüetlin verfasst hat, wird deutlich, dass sich Exzess an Exzess reihte. Immer wieder hätten Ärzte sedierende Mittel spritzen müssen, damit Lindenberg sich von den Abstürzen erhole.

Trauriger Höhepunkt sei die Tour vor 19 Jahren gewesen, heißt es. Immer wieder habe Lindenberg in seiner Garderobe geschlafen, teilweise hätten Doppelgänger auf der Bühne gestanden. Auf dem Abschlusskonzert in Hamburg habe Lindenberg so viel getrunken, dass der Auftritt beendet werden musste. Wenige Tage später habe Lindenberg sich selbst ins Krankenhaus eingeliefert - mit 4,7 Promille, einer potenziell tödlichen Dosis.

Erst sechs Jahre später, schreibt der Autor, habe Lindenberg eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann.

wit/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.