Überdosis bei Neugeborenen Dennis Quaid erhebt schwere Vorwürfe gegen Klinik

Heftige Kritik am Cedars-Sinai in Los Angeles: Ein neuer Untersuchungsbericht bestätigt, dass die Zwillinge von US-Schauspieler Dennis Quaid dort eine Überdosis Blutverdünnungsmittel bekommen haben. "Unerhört und inakzeptabel" sei das, empört sich Quaid.


Los Angeles - Dennis und Kimberly Quaid erklärten gestern in einer Stellungnahme, die Klinik habe nach Verabreichung einer Überdosis Heparin an die Zwillinge nicht die volle Wahrheit gesagt. Sie berufen sich auf einen Untersuchungsbericht der kalifornischen Gesundheitsbehörde, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Dennis und Kimberly Quaid: Heparin-Hersteller verklagt
AP

Dennis und Kimberly Quaid: Heparin-Hersteller verklagt

Darin wird festgestellt, dass die Kinder jeweils zwei Ampullen mit 10.000 Einheiten Heparin pro Milliliter erhielten - das 2000fache dessen, was sie bekommen dürfen. Das Cedars-Sinai hatte hingegen nach dem Vorfall erklärt, die am 8. November von einer Leihmutter geboren Kinder hätten je nur eine Ampulle bekommen. Doch auch diese Menge ist noch immer das Tausendfache dessen, was Säuglinge in der Regel verschrieben bekommen - nämlich zehn Einheiten pro Milliliter.

Klinikchef Michael Langberg hatte zugegeben, dass am 18. November insgesamt drei Patienten eine Überdosis des Medikaments Heparin verabreicht worden sei. "Das war ein vermeidbarer Fehler", zitiert ihn das US-Magazin "People".

"Wir finden es unerhört und inakzeptabel, dass wir jetzt zum ersten Mal erfahren, was genau passiert ist", erklärten die Quaids. Die Zwillinge Thomas Boone and Zoe Grace waren nach der Fehlbehandlung auf der Intensivstation des Cedars-Sinai behandelt worden. Sie sind inzwischen genesen.

Quaid ("The Big Easy", "Great Balls of Fire") und seine Frau Kimberly sind die biologischen Eltern der Zwillinge. Sie haben inzwischen den Hersteller des Medikaments Heparin, die in Illinois ansässige Baxter Healthcare Corporation, verklagt. Ihr Vorwurf: Die Firma würde verschiedene Dosen des Produkts in sehr ähnlichen und damit leicht verwechselbaren Ampullen anbieten. Erst im Februar hatte Baxter Healthcare selbst in einem Rundschreiben alle mit dem Medikament arbeitenden medizinische Fachkräfte aufgefordert, die Aufschriften auf den Heparin-Packungen genau zu lesen, um Verwechslungen zu vermeiden.

ala/AP



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