Ulrike Folkerts "Ich habe keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben"

Ihr Liebesleben hielt sie lange geheim, jetzt aber hat Ulrike Folkerts ein Buch mit ihrer Lebensgefährtin geschrieben - und voilà: Nun wird geplaudert. In einem Interview verriet die Schauspielerin, warum sie den Kampf für die Rechte Homosexueller anderen überlässt und wie sie sich verliebte.


Hamburg - Sie schwärmt in den höchsten Tönen von ihrer Lebensgefährtin Katharina Schnitzler: "Sie ist eine wunderschöne Frau mit einer wahnsinnig positiven Ausstrahlung. Ich fühle mich bei ihr einfach gut aufgehoben", sagte Ulrike Folkerts dem "Stern" und verriet, dass sie sie bei einer Kunstausstellung in Berlin kennengelernt habe. "Ich habe sie lachen gesehen", beschreibt Folkerts den Augenblick.

Ulrike Folkerts: "Jetzt unbedingt in die Puschen kommen"
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Ulrike Folkerts: "Jetzt unbedingt in die Puschen kommen"

Sie sei zwar nicht der Typ, der ganz schnell offensiv auf Menschen zugehe. "Aber ich dachte, ich muss jetzt unbedingt in die Puschen kommen, wenn ich die Frau noch mal wiedersehen will." Wenig später hatte sie die Telefonnummer, und "alles nahm seinen Lauf". Sie habe "wirklich einen Glückstreffer gelandet". Seither lebt die 47-jährige "Tatort"-Kommissarin mit der 45 Jahre alten Malerin gemeinsam in Berlin. Zusammen haben sie das Buch "Glück gefunden" geschrieben, das Ende September erscheint.

Dass die Schauspielerin ihr Leben mit einer Frau teilt, ist heute "kein Thema mehr. Wir leben frei und glücklich damit." Folkerts betonte: "Aber ich bekomme immer noch Post von Menschen, die emotional leiden, Angst haben, verstoßen zu werden, wenn sie offen zu ihrer Homosexualität stehen." Doch den Kampf für die Rechte Homosexueller will Folkerts gern anderen überlassen. "Ich habe keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben. Das sollen jetzt mal jüngere machen", sagte sie.

Beide Frauen verstecken zwar nicht ihr Liebesglück, treten aber bei öffentlichen Events auf dem roten Teppich nicht als Paar auf: "Katharina geht immer vorher rein", sagte Folkerts. Schnitzler ergänzte: "Ich habe keine Lust als irgendeine Blondine mit Oberweite an der Seite von ... verbraten zu werden. Diese optische Bewertung, wie sieht sie heute aus, was hat sie für ein Kleid an, ist sie dicker oder dünner geworden - das muss ich mir nicht antun."

jjc/ddp



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