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Umfrage: Deutsche haben kein Mitleid mit Bettina Wulff

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Umfrage Deutsche haben kein Mitleid mit Bettina Wulff

Bettina Wulff wollte mit ihrem Buch und ihrer PR-Strategie Klarheit schaffen, Gerüchte ausräumen: Einer Umfrage zufolge wussten jedoch 81 Prozent der Deutschen gar nichts von den im Internet verbreiteten Unterstellungen. Die Anteilnahme hält sich entsprechend in Grenzen.

Hamburg - "Mein Pseudonym lautete angeblich Lady Victoria und meine Wirkungsstätte soll ein Etablissement namens Château Osnabrück gewesen sein", erzählt Bettina Wulff im Interview mit der aktuellen "Bunten". Die Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff sagt in diesem und in anderen Exklusiv-Interviews, sie habe sich in der Zeit als First Lady beherrschen müssen, diese Gerüchte wortwörtlich wegzulächeln. Damit sei nun Schluss. Mit ihrer Biografie "Jenseits des Protokolls" wolle sie Klarheit schaffen.

Doch offensichtlich hat sie ein Eigentor geschossen. 81 Prozent der Deutschen geben an, vor der Öffentlichkeitskampagne der Bettina Wulff nichts von den hauptsächlich im Internet verbreiteten Unterstellungen gewusst zu haben. Nur 15 Prozent sagen, die Gerüchte seien ihnen vor Bekanntwerden der juristischen Schritte und der Buchveröffentlichung geläufig gewesen. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag".

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (54 Prozent) glaubt zudem, dass Bettina Wulff ihrem als Bundespräsident zurückgetretenen Ehemann mit ihrem Buch und ihren öffentlichen Auftritten schadet. Nur 34 Prozent glauben das nicht.

94 Prozent wollen das Buch nicht kaufen

Obendrein hält sich das Verständnis in Grenzen: Mitleid empfinden nur 15 Prozent der Deutschen mit ihr, eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent empfindet das nicht. Bettina Wulffs Aussage, sie sei in die Rolle der Präsidentengattin gedrängt worden, nehmen ihr 67 Prozent der Befragten nicht ab. Nur 23 Prozent glauben ihrer Darstellung. Eine Mehrheit von 45 Prozent der Befragten hält Bettina Wulff generell für nicht glaubwürdig. Nur 36 Prozent sagen das Gegenteil.

Entsprechend zurückhaltend ist das Interesse an ihrer Biografie. Nur fünf Prozent geben an, das Werk kaufen zu wollen, 94 Prozent wollen das nicht. Interessant: Keiner der befragten Männer hat vor, das Buch zu kaufen. Bei den Frauen sind es immerhin neun Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hatte am vergangenen Donnerstag bundesweit 500 Personen befragt.

Bettina Wulff selbst muss überrascht gewesen sein von dem Echo in der Bevölkerung. Den für Dienstag geplanten Auftritt in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" sagte sie ab. Zuvor hatte sie bereits einen Auftritt in der Talkshow "3nach9" von Radio Bremen gecancelt. Laut "Bild am Sonntag" steht sie nun doch nicht für Lesereisen und Signierstunden in Buchhandlungen zur Verfügung.

Nie zuvor hat eine deutsche First Lady die persönliche Belastung durch das Amt so detailliert - und vor allem intim - geschildert wie Bettina Wulff.

jjc