Umstrittene "Miss California" Jury finanzierte Brust-Implantate

Beim "Miss USA"-Wettbewerb verpasste Carrie Prejean den Titel, weil sie sich gegen die sogenannte Homo-Ehe aussprach - bei der Jury fiel dieses Weltbild durch. Doch an dem blonden Fräulein aus Kalifornien war ohnehin nicht alles echt.


Los Angeles - Sollten Fans von "Miss"-Wettbewerben immer noch glauben, bei solcherlei Veranstaltungen würden ausnahmslos junge Frauen gekürt, die ihre Schönheitsattribute von Mutter Natur erhalten: mitnichten.

Dies wird nun ausgerechnet am Beispiel von Carrie Prejean deutlich, der Kalifornierin, die sich kürzlich bei der "Miss USA"-Ausscheidung zur Wahl stellte.

Von der Jury gefragt, was sie von der sogenannten Homo-Ehe halte, antwortete die Studentin: "Ich glaube, dass die Ehe in meinem Land einem Mann und einer Frau vorbehalten sein sollte." Eine recht homophobe Antwort, die, so lamentierte die am Ende zweitplazierte Prejean später, sie den Titel gekostet habe.

Dies war auch besser so, mag mancher meinen, denn an der 21-Jährigen ist ohnehin nicht alles echt: Prejean, so berichten mehrere US-Medien, habe sich vor der Wahl einem chirurgischen Eingriff unterzogen.

Der Vize-Chef des kalifornischen Wettbewerbs, Keith Lewis, bestätigte gegenüber dem TV-Sender CBS nicht nur, dass Prejean sich Brustimplantate habe einsetzen lassen - die Jury habe die Operation zudem mitfinanziert.

"Das ist keine Maßnahme, die wir befürworten oder anregen", sagte Lewis. "Andererseits wollen wir ihr das bestmögliche Selbstbewusstsein ermöglichen, wenn sie sich auf einer nationalen Bühnen präsentiert." Er selbst, so Lewis, würde dieses Prozedere jungen Frauen jedoch nicht empfehlen.

Prejean engagiert sich mittlerweile bei der National Organization for Marriage (NOM), einer christlich-fundamentalen Organisation, die mit nationalen Kampagnen gegen die Homo-Ehe agitiert.

Heuchlerisch nennt das der "Huffington Post"-Blogger Brian Normoyle: Prejean, die Kämpferin für das Gottgewollte, gegen alles "Widernatürliche", habe sich bei ihrem Busen durchaus gegen Gottes Design entschieden - weil "jemand anderes die Rechnung bezahlt".

pad



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