US-Abgeordnete Attentatsopfer Giffords verlässt Klinik

Der Attentäter schoss ihr in den Kopf und verletzte sie lebensgefährlich - rund fünf Monate nach dem Angriff ist Gabrielle Giffords nun aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ihre Reha setzt die US-Politikerin ambulant fort. Mediziner rechnen weiterhin mit großen Fortschritten.

Washington - Künftig lebt Gabrielle Giffords mit ihrem Mann, dem Astronauten Mark Kelly, im texanischen League City: Die Anfang des Jahres bei einem Attentat schwer verletzte US-Kongressabgeordnete hat nach monatelanger Behandlung das Krankenhaus verlassen. Sie werde ihre Behandlung ambulant fortsetzen, teilte die Memorial-Hermmann-Klinik in Houston am Mittwoch mit.

"Ihre Wahrnehmungsfähigkeiten und ihr körperlicher Zustand haben sich so weit verbessert, dass sie nicht länger in der Klinik bleiben muss", sagte der behandelnde Arzt Gerard Francisco. Die Abgeordnete habe in den vergangenen Monaten große Fortschritte gemacht und könne nun die "nächste Genesungsphase" beginnen. "Wir haben keinen Zweifel, dass sie weiterhin erhebliche Fortschritte erzielen wird."

Die 41-Jährige war am 8. Januar in Tucson im US-Bundesstaat Arizona durch einen Kopfdurchschuss schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Attentäter hatte ihr aus nächster Nähe eine Kugel durch den Kopf geschossen. Sechs Menschen starben bei der Schießerei, 13 weitere wurden verletzt. Im Mai erklärten Gutachter den 22-jährigen Angreifer für prozessunfähig.

Giffords musste nach dem Attentat wieder sprechen und gehen lernen. Ihre Stabschefin Pia Carusone sagte der Zeitung "Arizona Republic" in der vergangenen Woche, Giffords könne wieder sprechen, habe aber noch Probleme mit komplexen Gedankengängen und Sätzen. Ihre Ärzte erklärten, sie benötige zwar weiterhin tägliche, intensive Therapie. Ihre Heimkehr sei aber eine wichtige Wegmarke und könne ihre Fortschritte beschleunigen.

Im Mai hatte sich Giffords einer weiteren Operation unterzogen, um ihre Schädeldecke wiederherzustellen. Davon habe sie sich gut erholt, sagte der Neurochirurg Dong Kim. Auf aktuellen Bildern, die am Sonntag auf Facebook veröffentlicht wurden, wirkt ihr Lächeln praktisch unverändert. Ihr Haar ist kürzer und dunkler als früher, offensichtliche Verletzungen sind nicht zu erkennen.

wit/dapd/dpa/AFP