Donald Trump und die Misswahlen Ohrfeige für einen "Clown"

Mit Ausfällen gegen mexikanische Einwanderer zog US-Milliardär Donald Trump in den Wahlkampf. Nun bekommt er die Quittung: Moderatoren einer Misswahl meutern, der Unternehmer verliert ein Geschäft.

REUTERS

Es ist ein paar Tage her, da hatte Donald Trump seinen großen Auftritt. Der schillernde US-Unternehmer will für die Republikaner 2016 als Kandidat für das Präsidentenamt antreten. Und zum Auftakt seiner Kampagne wählte er scharfe Worte. Zielscheibe waren Einwanderer aus Mexiko. "Sie bringen Drogen", sagte Trump. Und viele seien Verbrecher und Vergewaltiger.

Dumm nur, dass der 69-Jährige mit Menschen aus Lateinamerika bisher ganz gute Geschäfte macht. Das Medienunternehmen Univision, größter spanischsprachiger Sender in den Vereinigten Staaten, wollte die Wahlen zur Miss USA übertragen. Die werden veranstaltet von der "Miss Universe Organization", die zum Teil Trump gehört.

Die Co-Moderatoren springen ab

Als Co-Moderatoren vorgesehen waren Roselyn Sánchez, eine Sängerin aus Puerto Rico, und Cristián De La Fuente, ein Schauspieler aus Chile. Doch aus der Sendung wird nun nichts, wie das Magazin "People" und die "New York Times" berichten. Wegen der Trump-Sätze strich Univision die Übertragung der Misswahlen. Man beende die Geschäftsbeziehung zur Miss Universe Organization "wegen der beleidigenden Bemerkungen über mexikanische Einwanderer", teilte das Unternehmen mit.

Und auch die Co-Moderatoren sprangen ab. Roselyn Sánchez schrieb bei Instagram, sie sei als Latina "stolz auf ihre Wurzeln". Sie wolle die "verletzenden Worte" von Trump nicht akzeptieren. Kollege De La Fuente erklärte via Facebook: "Es ist nicht hinnehmbar, eine Präsidentschaftskandidatur auf eine Rhetorik der Diskriminierung zu gründen." Und es sei "eine Schande", dass sich die Misswahlen "in der Hand eines Clowns" befänden.

Milliardär Trump reagierte wenig beeindruckt. Er stehe zu seinen Worten über mexikanische Einwanderer. Zugleich sagte er: "Ich liebe Mexiko. Und ich liebe das mexikanische Volk." Im Übrigen sei ihm die Kandidatur wichtiger als die Misswahlen. Univision kann sich auf einen Rechtsstreit gefasst machen. Trump kündigte an, er werde das Unternehmen verklagen.

Die Show soll am 12. Juli stattfinden. Der TV-Sender NBC, der eine Übertragung geplant hat, ist bisher nicht abgesprungen.

Im Video: Trump bezeichnet Einwanderer als Vergewaltiger

sms

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insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
huberwin 26.06.2015
1. ich liebe euch doch alle
aber nur wenn ihr nach meiner pfeife tanzt
MustermannZZZ 26.06.2015
2. in der hand eines clowns?
zitiert sie da etwa den postillion?
spon-4cu-g3e0 26.06.2015
3.
Allein diese Witzfigur ist es wert sich die TV Debatten der Republicans vor deren Primaries anzusehen.
Bio4Life 26.06.2015
4. Trump hat aber Recht
Seit Jahrzehnten hat jedes normale Land, ob Demokratie oder nicht eigene Grenzen, die es vor illegalen Einwanderern verteidigt, z.B. auch die Insel Australien. Gerade die USA sind ja das beste Beispiel, was passieren kann mit den angestammten Einwohnern, wenn illegale Einwanderer (insbesondere wir Europäer) die Indianer verdrängen. Natürlich sind die eingeführten Sklaven vermutlich vor den Hispanics ab 2050 in der Mehrheit und weiße Präsidenten werden die Ausnahme werden. Nichts anderes passiert gerade in Europa, wo die angestammte Bevölkerung, durch Islamisierung praktisch ausgerottet wird.
suppenkoch 26.06.2015
5. Er mag Mexikaner...
... wahrscheinlich nur, wenn sie in Mexiko bleiben oder in seinem Garten arbeiten.
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