Sportunfall an Neujahr US-Senator verklagt Latexband-Hersteller

Beim Training mit einem Gymnastikband stürzte Harry Reid und verletzte sich schwer. Nun fordert der 75-jährige Politiker Schadensersatz von drei Sportartikelfirmen.

Senator Harry Reid: Der Demokrat ist auf dem rechten Auge blind
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Senator Harry Reid: Der Demokrat ist auf dem rechten Auge blind


Das neue Jahr begann für US-Senator Harry Reid mit einem Schlag ins Gesicht: Bei einem Unfall mit einem Latex-Trainingsband verletzte sich der 75-Jährige am Neujahrstag schwer am Auge. Der ehemalige Mehrheitsführer der Demokraten hat deshalb nun die Herstellerfirmen des Sportgeräts auf Schadensersatz verklagt.

Bei den Leibesübungen, mit denen der Senior seine Arme stärken wollte, sei er in seinem neuen Zuhause in Las Vegas gegen einen Schrank gestürzt, berichtet unter anderem die "New York Times". Das flexible Gymnastikband sei ihm zuvor gerissen oder zumindest entglitten, weshalb er in der 16-seitigen Klage nun rund 50.000 Dollar von der Firma fordere.

In der vor einem Gericht im US-Bundesstaat Nevada eingereichten Klage beschuldigt Harry Reid insgesamt drei US-Firmen, mit dem Band ein für Ältere gefährliches Produkt anzubieten, wie die "Las Vegas Sun" berichtet. Die Hersteller hätten sich nicht darum gekümmert und deshalb fahrlässig und schuldhaft verhalten.

Nach dem Unfall am 1. Januar war der Senator des US-Bundesstaats Nevada mehrfach mit verbundenem Auge oder dunkler Sonnenbrille zu sehen. Mit seinem rechten Auge wird er trotz Operation wohl nie wieder sehen können.

Im März hatte Reid angekündigt, nach 30 Jahren als Senator bei den Wahlen im November 2016 nicht erneut zu kandidieren. Außer den Verletzungen im Gesicht soll sich Reid laut Klage bei dem Unfall auch Rippen gebrochen sowie eine Gehirnerschütterung zugezogen haben, wie die "New York Times" berichtet.

Gerüchte, wonach er sich die Verletzungen bei einer Auseinandersetzung mit seinem Bruder Larry zugezogen haben könnte, erwiesen sich laut "Las Vegas Sun" als falsch.

apr/dpa

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Ge-spiegelt 08.10.2015
1. Typischer Fall von US Produkt Haftung
ähnliche Kategorie wie heißer Kaffee oder keine Haustiere in der Mikrowelle trocknen. Viele Gebrauchsanweisungen bestehen inzwischen ja mehrheitlich aus Sicherheits Warnungen, die nicht mehr gelesen werden, weil sie trivial sind.
W. v. Ockham 08.10.2015
2. Seltsam ...
... wieso hat er den Hersteller des Schranks nicht ebenfalls verklagt?
sadi07 08.10.2015
3. Vielleicht...
hätte Mr. Reid einfach mal die Anleitung des Bandes lesen sollen. Klar ist auch, dass es die Bänder in verschiedenen Stärken gibt. Hat sich wohl ein bisschen übernommen, der Gute und will wohl anscheinend nicht zugeben, dass er schlichtweg zu schwach für die Stärke des Bandes war. Denn wer solche Verletzungen davon trägt, hat keine Ahnung davon, wie man es benutzt. Selber Schuld, aber im Ami-Land kann man ja alles einklagen, worüber überall anders nur der Kopf geschüttelt wird.
Butenkieler 08.10.2015
4. Produktanleitungen für ameriikanische Benutzer
müssen wie bei einem Kleinkind alles ausschließen, was bei der Benutzung eines Produkts in irgendeiner un-/möglichen Weise passieren kann. Auch in Verbindung mit anderen Stoffen, Verhaltensweisen und Fehlern. Einem US-Amerikaner sollte man nichts in die Hand geben, was er nicht selbst hergestellt oder erwirkt hat. Denn er selbst kann sich nicht zugunsten seiner Brieftasche verklagen. Oder die Preise müßten sich um so viel erhöhen, das eine Produkthaftpflichtversicherung schon mit beinhaltet ist. Über 70jährige sollten vom Gebrauch von gewissen Sportmitteln ausgenommen werden. Sie gehören ins Altersheim unter Verschluß.
quark2@mailinator.com 08.10.2015
5.
Also als Kleinkinder haben meine Schwester und ich mal einen Expander gespannt und sie hat dann losgelassen ... Hersteller von allem, was irgendwie elastisch ist, sollte man doch wegen Mord und Totschlag verklagen ... oder so ... Seltsam die Amis. Auf der halben Welt für echte Probleme sorgen, aber zuhause zu dumm zum ...
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