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Vangelis, 79

aus DER SPIEGEL 22/2022
Foto: imago stock / IMAGO/ZUMA Wire

Evangelos Odysseas Papathanassiou war sein Geburtsname, mit der Band Aphrodite’s Child wurde er bekannt. Die Musiker ver­ließen nach dem Militärputsch 1967 Griechenland, gingen nach Paris und hatten mit dem auf einem Pachelbel-Kanon beruhenden Pop-Arrangement »Rain and Tears« einen Hit. Vangelis zog Mitte der Siebziger nach London. Dort entstand eine Reihe überwiegend instrumentaler elektronischer Alben, manche, wie »China« von 1979, wurden zu Klassikern der New-Age-Szene. Der erste große Soundtrack-Erfolg gelang ihm, als er für einen Film über den Weg zweier britischer Sportler zu den Olympischen Sommerspielen 1924 verpflichtet wurde: »Chariots of Fire« (deutscher Titel: »Die Stunde des Siegers«). Die oscarprämierte Musik zur Titelsequenz wurde zum Klassiker und später immer wieder in heroischen Zeitlupensequenzen eingesetzt. Mit dem Soundtrack zu Ridley Scotts Science-Fiction-Film »Der Blade Runner« (1982) gelang Vangelis eine Blaupause für synthesizergetriebenen Genresound. Auch für »1492: Conquest of Paradise«, Scotts Epos über Christoph Kolumbus, schuf Vangelis den Soundtrack. Dass das bom­bastische Hauptthema in den deutschen Singlecharts zum Nummer-eins-Hit wurde, verdankte Vangelis dem Boxer Henry Maske, der zu seinen Kämpfen mit »Conquest of Paradise« als Begleit­musik einzog. Vangelis starb am 17. Mai in Paris.

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