Model greift Johnny Depps Tochter an »Wie meinst du, fühlt es sich an, sich kein Rückflugticket leisten zu können?«

Lily-Rose Depp hat in einem Interview darüber gesprochen, wie es ist, wenn der eigene Erfolg auf die berühmten Eltern zurückgeführt wird. Das Model Vittoria Ceretti reagierte prompt – und erhält für ihre Antwort viel Zuspruch.
Vittoria Ceretti bei einer Modenschau in Paris: »Wie meinst du, fühlt es sich an, sich kein Rückflugticket leisten zu können?«

Vittoria Ceretti bei einer Modenschau in Paris: »Wie meinst du, fühlt es sich an, sich kein Rückflugticket leisten zu können?«

Foto:

CHRISTOPHE ARCHAMBAULT/ AFP

Nicht mal die Kataris wollen die Fußball-WM in ihren Stadien sehen, der Klimagipfel in Ägypten ist nur knapp am Scheitern vorbeigeschrammt und Boris Palmer vergleicht sich im SPIEGEL-Interview mit einem römischen Feldherrn – die Welt ist schlecht, da tut ein bisschen Ablenkung gut.

Am besten gelingt das mit einem Thema, das bestimmte Kreise in Wallung bringt, aber eigentlich vollkommen belanglos ist. Womit wir bei der Tochter des US-Schauspielers Johnny Depp wären: Lily-Rose Depp.

Diese posierte kürzlich für das Cover des Modemagazins »Elle« : Sie räkelte sich in einem mehr als 7000 Dollar teuren Chanel-Kleid auf einem Bett, und bog sich in einer 9900-Dollar-Hose über einen Fernseher. Es ist aber weder spätrömische Dekadenz noch spätkapitalistische Modekritik, die nun für Diskussionen sorgt, sondern ein Begriff: Das Magazin sprach Depp auf die Bezeichnung »Nepo-Baby« an. Der leitet sich von »Nepotismus« ab, besser bekannt als »Vetternwirtschaft«. Es ist eine abwertende Bezeichnung für junge Menschen, die angeblich nur Erfolg als Schauspieler oder Model haben, weil sie berühmte Eltern haben.

Das Magazin fragte Depp also, ob sie schon einmal davon gehört habe, was diese lässig mit »Damit bin ich vertraut« kommentierte. Anschließend sagte sie: »Das Internet interessiert sich deutlich mehr dafür, wer deine Familie ist, als die Leute, die einen für Rollen casten.« Vielleicht, sagte Depp weiter, helfe ein berühmter Vater wie ihrer »einen Fuß in die Tür zu bekommen. Aber du hast immer noch nur einen Fuß in der Tür. Danach kommt noch eine Menge weitere Arbeit.« Sie finde es aber »interessant«, dass selten Männer als »Nepo-Baby« bezeichnet würden. »Wenn die Mutter oder der Vater von jemandem Arzt ist, und das Kind wird ebenfalls Ärztin, sagt niemand: ›Du bist nur Ärztin geworden, weil dein Elternteil Arzt ist‹.« Sie wolle sich nicht mit einer Ärztin vergleichen, schob Depp noch nach.

Lily-Rose Depp bei einer Filmpremiere in Toronto: »Damit bin ich vertraut«

Lily-Rose Depp bei einer Filmpremiere in Toronto: »Damit bin ich vertraut«

Foto: Chris Young / ZUMA Press / IMAGO

Das Model Vittoria Ceretti greift Depps Tochter an

»Das Internet« brauchte nicht lange, bis es zurückschlug: Das Model Vittoria Ceretti, 24, echauffierte sich in ihrer Instagram-Story am Samstag  über Depps Aussagen. Ceretti nannte Depp zwar nicht beim Namen, aber der Bezug war klar: »Ich habe ein Interview eines ›Nepo-Babys‹ gelesen«, schrieb sie. Sie verstehe die »Ich bin hier und arbeite hart«-Attitüde von Depp, »aber ich würde wirklich gern mal sehen, ob du die ersten fünf Jahre meiner Karriere durchgestanden hättest«. Nicht nur wegen der vielen Zurückweisungen. »Wie meinst du, fühlt es sich an, sich kein Rückflugticket leisten zu können?« Wenn sie als »Nepo-Baby« zurückgewiesen werde, könne Depp immerhin noch auf die »Couch der Villa deines Vaters in Malibu«, um sich dort auszuheulen. »Du hast keine Ahnung, wie viel man kämpfen muss, damit die Leute einen respektieren. ES DAUERT JAHRE. Du kriegst es gratis ab dem ersten Tag.« Cerettis Kritik kommt offenbar gut an: Unter einem Instagram-Posting, das Cerettis Stellungnahme festhielt, applaudieren andere Models und Szenegrößen.

All das mag auf Laien wie ein Sturm im Wasserglas wirken. Doch tatsächlich lüftet die »Nepo-Baby«-Debatte nun selbst für Insiderinnen und Insider ein beflissen gehütetes Geheimnis der Unterhaltungsbranche: Beim Modeln und Schauspielerei geht es oft bloß um den schönen Schein. Huch!

has

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Playlist
Speichern Sie Audioinhalte in Ihrer Playlist, um sie später zu hören oder offline abzuspielen. Zusätzlich können Sie Ihre Playlist über alle Geräte mit der SPIEGEL-App synchronisieren, auf denen Sie mit Ihrem Konto angemeldet sind.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren